"Pixels": Actionkomödie wegen Drucks aus China zensiert

Bericht28. Juli 2015, 11:06
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Internationale Kinofassung zeigt keine Zerstörung der chinesischen Mauer – ab 31. Juli in den österreichischen Kinos

Die Science-Fiction-Komödie "Pixels" von und mit Adam Sandler wird nicht so in den Kinos erscheinen wie ursprünglich geplant. Die internationale Fassung wurde unter Druck von Sony Pictures China zensiert und um mehrere Szenen gekürzt. Diese Informationen gehen aus einem Bericht der Agentur Reuters hervor und beziehen sich auf intere Dokumente, die nach dem Leak 2014 auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Bisher gibt es seitens der Behörden und von Sony China keine Stellungnahme dazu.

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Chinesische Mauer darf nicht zerstört werden

Der Film handelt von einer Alieninvasion auf der Erde. In der Gestalt von verschiedenen Spielikonen aus den 1980er-Jahren wie "Pac Man" oder "Donkey Kong" verwüsten sie die Erdoberfläche und bekannte Bauten.

Vom Zerstörungswahn war ursprünglich auch die chinesische Mauer betroffen. Diese Szene sei aber der Zensur zum Opfer gefallen und herausgeschnitten worden. Auch eine Verfolgungsjagd in Schanghai wurde durch eine Szene in Tokio ersetzt. Sony China kündigte ein mögliches Filmverbot an, sollte die Regierung aufgrund dieser Szenen nicht mit der Veröffentlichung einverstanden sein.

"Ungeschriebenes Gesetz"

In internen E-Mails von 2013 begründet Li Chow, Chefin von Sony Pictures China, diese Entscheidung damit, dass die Richtlinien bei den Zensurbehörden nicht verankert seien, sondern dass es sich um reine Auslegungssache handle.

"Es ist in Ordnung, solange die Zerstörung Teil einer weltweiten Verwüstung ist, bei der auch andere historische Bauten auf der ganzen Erde zerstört werden. Mit anderen Worten, es ist schwer zu sagen, ob die Szene ein Problem wäre, weil das ungeschriebene Gesetzt besagt, dass es akzeptabel ist, wenn es nur ein Kollateralschaden ist, aber nicht wenn es sich um eine zielgerichtete Zerstörung handelt. Aber wo soll man die Grenze ziehen?"

"Adam Sandler muss gestoppt werden"

Der Streifen hat bisher größtenteils negative Kritiken erhalten. The Verge schreibt in einer Rezension: "Adam Sandler muss gestoppt werden." Der Film sei nur ein weiterer Hollywood-Streifen, der lediglich altbekannte Konzepte adaptiere. Auf Imdb liegt die Bewertung bei 5,3 Punkten von 5.822 Usern.

In den österreichischen Kinos wird "Pixels" ab 31. Juli zu sehen sein. (lmp, 28.7.2015)

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    foto: sony pictures entertainment
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