Uniqa verkauft ihren Anteil an Novomatic

28. Juli 2015, 09:37
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Novomatic übernimmt von Uniqa indirekt 11,4 Prozent der Casinos-Anteile und hat sich nun 39,5 Prozent gesichert

Gumpoldskirchen/Wien – Die Uniqa-Versicherung verkauft ihre Beteiligung an den Casinos Austria an den niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic. Das teilte die Uniqa am Dienstag ad hoc mit. Der Kaufpreis wird nicht bekanntgegeben.

Vereinbart wurde, dass Novomatic die 29-Prozent-Beteiligung der Uniqa Insurance Group an der Medial Beteiligungs-GmbH erwirbt, die wiederum mit rund 38 Prozent an der teilstaatlichen Casinos Austria AG beteiligt ist. Durchgerechnet entspricht die Uniqa-Beteiligung an der Medial einer Beteiligung von 11,4 Prozent an den Casinos.

Novomatic hat darüber hinaus bereits die Zustimmung der MTB Privatstiftung und der Leipnik-Lundenburger Invest, die ihre Casinos-Beteiligungen ebenfalls verkaufen wollen. Von MTB erwirbt Novomatic 16,8 Prozent der Casinos-Anteile, von LLI indirekt 11,34 Prozent.

Novomatic größter Aktionär

Mit dem Kauf der Uniqa-Anteile wird die Novomatic nun mit einer Beteiligung von 39,5 Prozent der größte Casinos-Aktionär. Der Glücksspielkonzern hat damit die Republik Österreich, die über die Beteiligungsholding ÖBIB 33,24 Prozent hält, übertrumpft. Der Erwerb der Casinos-Anteile muss allerdings noch gesellschaftsrechtlich und kartellrechtlich genehmigt werden.

Die Miteigentümer der Casinos Austria sind über ein Syndikat verbunden und haben gegenseitige Vorkaufsrechte. Wenn einer verkaufen will, haben die anderen das Recht, die Anteile zum gleichen Preis wie der neue Bieter aufzugreifen.

Ob der Novomatic-Einstieg bei den Casinos wettbewerbsrechtlich bedenklich ist oder nicht, hängt u. a. von der Marktabgrenzung, dem Gesellschaftsvertrag, Vorkaufsrechten sowie Syndikatsverträgen ab.

Konzentration auf Kerngeschäft

Die zu Raiffeisen gehörende Uniqa erläutert den Verkauf ihrer Casinos-Anteile heute in der Ad hoc-Aussendung so, dass sie sich auf ihr Kerngeschäft Versicherungen in den Märkten Österreich und Zentral- und Osteuropa konzentriere. Dies entspreche dem 2011 vorgestellten Strategieprogramm Uniqa 2.0.

Die Uniqa Gruppe habe seit 2011 bereits die Beteiligung an der deutschen Mannheimer Gruppe, jene an der Medicur-Holding Gesellschaft m.b.H., in der diverse Medienbeteiligungen gebündelt waren, und ihre Hotelbeteiligungen verkauft. Auf der anderen Seite habe die UNIQA Group ihr Versicherungskerngeschäft seit 2011 unter anderem dadurch gestärkt, dass sie die indirekte Beteiligung an vier österreichischen Privatkliniken auf 100 Prozent erhöht hat, Minderheitsanteile an ausländischen Konzernunternehmen übernommen hat und 2014 von der schweizerischen Baloise zwei Versicherungen in Kroatien und Serbien erworben hat. (APA, 28.7.2015)

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