Gesundheitsakte Elga: Start mit Wissensdefizit

Kommentar28. Juli 2015, 05:30
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Das entstandene Wissensdefizit um die Elektronische Gesundheitsakte Elga wird sich kaum noch ausbügeln lasse

Es ist still geworden um die Elektronische Gesundheitsakte Elga. Zu still. Fragen Sie einmal in ihrem Bekanntenkreis, was die Elektronische Gesundheitsakte ist, wann sie starten soll und was das für den Einzelnen bedeutet. Diese Fragen können wohl nur wenige Österreicher beantworten. Dabei geht Elga jeden etwas an.

Dementsprechend viel sollte sachlich darüber kommuniziert werden – vom Gesundheitsministerium und der Elga-GmbH, aber auch von den Ärzten, deren Vertreter es bisher vorzogen, vor allem zu emotionalisieren. Vielleicht sind es gerade die lautstarken Gegner mit großem Kampagnenbudget, die Elga-Verantwortliche leiser werden ließen.

Dabei geht selbst jene 218.000 Personen, die sich bereits von Elga abgemeldet haben, die Elektronische Gesundheitsakte etwas an – besteht doch die Option, wieder einzusteigen. Allerdings werden Befunde vergangener Jahre nicht nachträglich eingespeist. Auch ein wichtiger Aspekt, den wohl nur wenige wissen.

Dass die Elektronische Gesundheitsakte eine Unbekannte ist, weiß man bei der Elga-GmbH seit einem Jahr: Im Juli 2014 konnten im Rahmen einer Oekonsult-Studie, die von der Elga GmbH in Auftrag gegeben wurde, 80 Prozent der gut 1.000 Befragten nicht erklären, was Elga überhaupt ist. Die Aufklärungsarbeit seither erfolgte maximal in homöopathischen Dosen. Das entstandene Wissensdefizit wird sich bis zum Elga-Start Ende 2015 kaum noch ausbügeln lassen. (Gudrun Springer, 28.7.2015)

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