15 kurze Sekunden Leben vor dem Sterben: Die Kunst

27. Juli 2015, 15:52
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Konzeptkünstler Luis Camnitzer hält bei der Salzburger Sommerakademie einen Vortrag zum Thema Kunst und Kommerz

Für ihn lebe das Kunstwerk ganze 15 Sekunden lang, sagte der Konzeptkünstler Luis Camnitzer (geb. 1937) einmal. "Sobald ich es zum ersten Mal betrachte, wird es zum Objekt – und dabei stirbt es." Die große Frage sei für Künstler doch immer, ob man Kultur schaffen wolle oder Waren produzieren.

Die Erkenntnis, dass dasselbe Kunstwerk gleichzeitig kommerzieller Gegenstand ist, habe ihn in den 1960er-Jahren, Camnitzer studierte noch, wie ein Schlag getroffen. Diesen Zwiespalt wurde der Künstler, der in seiner von Sprache dominierten Arbeit soziale Ungerechtigkeit, Unterdrückung oder den Kunstbetrieb behandelt, nicht mehr los. So ist dieses große Dilemma der Kunst auch Thema seines Vortrags bei der Salzburger Sommerakademie. Diese widmet sich heuer dem Motto "Bedeutung herstellen", also künstlerischen Zielen jenseits einer einträglichen Marktposition.

Für die spirituelle Hälfte eines Kunstwerks sind laut Camnitzer die Museen zuständig, für die materialistische der Markt. Wenn Museen nunmehr allerdings an ihren Besucherzahlen gemessen werden, Zahlen, die den Markt am Laufen halten, was bleibt dann von der Kunst? (kafe, 27.7.2015)

Salzburg, Künstlerhaus, Hellbrunner Str. 3, 5020 Salzburg, 20.00

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Salzburger Sommerakademie

  • Luis Camnitzer, aus der Serie Missing Institution, 2015.
    foto: luis camnitzer

    Luis Camnitzer, aus der Serie Missing Institution, 2015.

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