Geringere Hirnaktivität verrät höhere Intelligenz

27. Juli 2015, 13:53
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Forscher beobachten klare Unterschiede bei mittelschweren Aufgaben

Zürich – Dass intelligente Mensch ihr Gehirn weniger anstrengen müssen als unterdurchschnittlich kluge Menschen, um eine Aufgabe erfolgreich zu lösen, gilt mittlerweile als gesichert. Nun haben Wissenschafter an der ETH Zürich einen ähnlichen Unterschied auch bei intelligenten und sehr intelligenten Personen nachgewiesen. Auch hier konnten die Forscher unterschiedlich starke Gehirnaktivitäten feststellen – allerdings nicht bei allen Schwierigkeitsgraden der Aufgaben.

Die Experten unter der Leitung von Elsbeth Stern, Professorin für empirische Lehr- und Lernforschung, maßen bei mehr als 80 Studenten per Hirnstrommessung (EEG) die Hirnaktivitäten, während sie unterschiedlich schwierige Aufgaben lösten. Weder bei den leichten noch bei den sehr schwierigen Aufgaben zeigten sich erkennbare Unterschiede der Hirnaktivität. Dagegen war dies der Fall bei den mittelschweren Aufgaben.

Bei dem Test ging es um die Hypothese der "neuronalen Effizienz", wonach eine intelligente Person ihr Gehirn weniger aktivieren müsse als eine weniger intelligente, um eine Aufgabe zu lösen, die beiden gleichermaßen vertraut ist. Dies sei eine anerkannte Tatsache, hieß es.

Leicht und stark überdurchschnittlich intelligent

Bisher wurden jeweils deutlich verschieden intelligente Menschen getestet. Nun wurde die Hypothese erstmals an Menschen belegt, die alle – in unterschiedlichem Grad – überdurchschnittlich intelligent sind. Für die Auswertung wurden die Teilnehmenden anhand von herkömmlichen IQ-Tests in zwei Gruppen eingeteilt: leicht beziehungsweise stark überdurchschnittlich intelligent.

Die sehr leichten Aufgaben lösten die Teilnehmenden beider Gruppen locker. Sie waren für sie kinderleicht. Für die sehr schwierigen wiederum mussten sich alle anstrengen. Messbare Unterschiede zeigten sich dagegen bei den mittelschweren Aufgaben, so die Forscher: Zwar hätten alle Probanden sie gleich gut gelöst. Die sehr intelligenten mussten aber weniger Ressourcen einsetzen.

Allerdings sind ein EEG und andere Hirnmessungen nicht präzise genug, um die Intelligenz eines Menschen festzustellen. Dafür "muss ich einen klassischen Intelligenztest machen", meint die Wissenschafterin. Die Studie diente der Grundlagenforschung, um zu untersuchen, auf welche Weise sich Intelligenzunterschiede im Gehirn abbilden. (APA/red, 27.7.2015)

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