Mit "Oculus Rift" auf der virtuellen Mars-Oberfläche spazieren

Bericht27. Juli 2015, 15:41
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Zahnfüllungen für Astronauten aus 3D-Drucker – Projekt "Amadee-15" vorgestellt

Vom 3. bis 16. August wird das Österreichische Weltraum Forum gemeinsam mit T-Mobile eine Mars-Simulation am Kaunertaler Gletscher in Tirol durchführen. Auch andere Forscher aus Europa und USA werden für das Projekt "Amadee-15" anwesend sein.

Einen kleinen Vorgeschmack darauf bekamen ausgewählte Teilnehmer bereits vergangenes Wochenende in Wien. Mithilfe der VR-Brille "Oculus Rift" (SDK2), Xbox "Kinect", einem Gestell, speziellen Handschuhen (Trainingsversion der Handschuhe des Raumanzugsimulators "Aouda") und einem Exoskelett konnten die Besucher an der virtuellen Mars-Oberfläche spazieren gehen und erleben wie es ist, sich unter den Strapazen eines Raumanzuges zu bewegen.

Neben Werner Gruber, bekannt aus "Science Busters", konnten 60 weitere Personen, die aus einem Gewinnspiel von T-Mobile hervorgegangen waren, an der Simulation teilnehmen.

foto: t-mobile österreich
Werner Gruber erkundet mit "Oculus Rift" die Mars-Oberfläche.

Weltweit höchste Mars-Simulation

Nach dem Event in Wien wurde die gesamte Vorrichtung nach Tirol transportiert. Dort werden 9 Analog-Astronauten, darunter auch eine Frau, die Simulation am Gletscher miterleben. Auf 3000 Metern Seehöhe ist das Projekt somit die höchst-gelegene Mars-Simulation weltweit.

Der Trainingsanzug "Aouda", welcher am Gletscher zum Einsatz kommen wird, ist kein Druckanzug und mit 45 Kilogramm auch leichter als ein echter. Das Gewicht ist dem auf dem Mars nachempfunden, da dort eine geringere Schwerkraft herrscht. Ansonsten ist "Aouda" einem echten Anzug weitgehend nachempfunden. Drei Personen brauchen in etwa zwei bis drei Stunden Zeit, um ihn einem Astronauten anzulegen.

foto: t-mobile österreich
Einer Gewinnerin wird das Exoskelett angebracht.

Gedruckte Zahnfüllungen am Gletscher

Mit der Simulation will man sich auf echte Missionen vorbereiten, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Laut Monika Fischer, Pressesprecherin des ÖWF, wird deshalb auch ein 3D-Drucker am Gletscher sein, der etwa für Zahnfüllungen zum Einsatz kommen könnte.

Das Experiment wird laufend weiterentwickelt. 2013 wurde ein ähnliches Projekt für vier Wochen in der nördlichen Sahara in Marokko durchgeführt.

foto: derstandard
Dr. Gernot Grömer vor der Vorrichtung der Simulation

Bessere Positionierung in Europa

Die vergangene Aktion in Wien hatte laut Gernot Grömer, Vorstandsmitglied des ÖWF, vor allem den Zweck das Projekt bekannter zu machen und junge Personen für die Raumfahrt zu begeistern. Man hofft außerdem auf größere Projekte und auf eine bessere Positionierung in Europa. Als Vorbild gelte das deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), bei welchem die österreichische Astrobiologin Pascale Ehrenfreund als erste weibliche Vorstandsvorsitzende fungiert. (lmp, 27.7.2015)

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