Fünf Strategien, um die Liebe zum Job neu zu entfachen

31. Juli 2015, 08:26
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Jeder Job langweilt phasenweise. Neue Aufgaben zu übernehmen und sich mit inspirierenden Kollegen zu umgeben, könnte neue Motivation bringen

Selbst der faszinierendste Job macht hie und da keinen Spaß – wenn Sie sich tagtäglich, möglicherweise auch schon seit mehreren Jahren, denselben Aufgaben widmen, kein Wunder. Aber was können Sie dagegen unternehmen? Wie gelingt es, dass die Faszination, die Begeisterung, zurückkommt?

"Das wichtigste ist zunächst, dass wir überhaupt erkennen, dass wir in einem Motivationstief stecken", sagte Daniel Gulati, Unternehmer und Buchautor zur Harvard Business Review. Gretchen Spreitzer, Professorin an der University of Michigan, rät davon ab, diesen Zustand über zu bewerten: "Jeder Job hat seine schlechten Seiten und Downs kommen in jeder Karriere vor", erklärt sie. "Es gibt aber sicherlich auch noch immer wunderschöne Aspekte, die man sich öfter bewusst machen sollte."

Wie das gelingen kann:

Positives notieren

Wichtig sei als allererstes, seine Einstellung zu verändern – dann verändere sich auch der Rest. "Manche Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass eine schlechte Phase 'einfach vorbei geht' oder sie 'sowieso nichts daran ändern' können", sagt Gulati. "Aber selbst darüber nachzudenken, welche Vorteile Ihr Job hat, kann schon einen positiven Effekt auf Ihre Motivation haben."

Notieren Sie dazu alle paar Tage Situationen, in denen es Ihnen gut geht: In denen Sie sich gebraucht oder motiviert fühlen, egal ob es das Brainstorming im Team oder das Kunden-Meeting ist. Auch Ihre Talente sollten Sie sich öfter ins Bewusstsein rufen, rät Gulati, denn "es gibt eine direkte Verbindung zwischen Selbstbewusstsein und Zufriedenheit."

Sich neuen Herausforderungen stellen

Es muss nicht immer ein Jobwechsel sein, damit die Arbeit wieder mehr Spaß macht – Überlegen Sie, wo im Unternehmen Sie Aufgaben übernehmen könnten, die mehr Ihren Interessen entsprechen. "Es ist selten, dass Kollegen helfende Hände ablehnen", sagt Gulati und meint: "Kommunizieren Sie auch Ihrem Chef, dass Sie sich nach Herausforderungen sehnen, die mehr Ihren Talenten entsprechen. Er hat möglicherweise Ideen."

Mit motivierten Menschen zusammenarbeiten

Unsere Arbeitsbeziehungen wirken sich unweigerlich darauf aus, wie gut oder schlecht wir uns in unserem Job fühlen. Umgeben Sie sich mit motivierten Menschen, sei es im Büro oder in Netzwerken – denn Leidenschaft kann ansteckend wirken. Auch Mentoring, sagt Spreitzer, könne helfen, eigene Talente (wieder) zu entdecken. "Unser Wissen verfestigt sich, wenn wir es an andere weitergeben", sagt Spreitzer, "außerdem gibt uns Mentoring das Gefühl, dass wir gebraucht werden, unsere Erfahrung anderen zugutekommt."

Erfolge feiern

Führen Sie nicht nur eine "To-do"-Liste – sondern auch eine "Did"-Liste: Auf ihr notieren Sie alle Dinge, die Sie in der aktuellen Arbeitswoche bereits geschafft haben. Sie können alles aufschreiben, was Ihnen in den Sinn kommt, sei es etwas Außergewöhnliches wie eine erfolgreiche Präsentation oder ein Vertragsabschluss oder etwas Alltägliches, wie ein Dutzend E-Mails gelöscht zu haben. Sich getane Arbeit bewusst zu machen, sei ein regelrechter Booster für positive Gefühle, meint Spreitzer. "Positivität ebenso wie Negativität wirken als Teufelskreisläufe."

Erkennen, wann die Zeit für Neues gekommen ist

"Schlechte Tage können vorkommen, selbst schlechte Monate kommen vor", sagt Gulati. Wenn Sie erfolgreich Interesse mit beruflichen Aufgaben zusammengebracht haben, bereits mit neuen, inspirierenden Menschen zusammenarbeiten, spannende Projekte vor sich haben – und sich aber immer noch kein Glücksgefühl einstellt, sei es aber endgültig an der Zeit, umzusatteln. Vielleicht ist eine andere Position in Ihrem Unternehmen offen, für die Sie sich interessierten? meint Spreitzer, oder: "Warum versuchen Sie nicht etwas ganz Neues?"

Einen neuen Weg einzuschlagen, zwischen unterschiedlichen Optionen abzuwägen, sei zwar anstrengend und erscheine daher in vielen Fällen erstmals wenig attraktiv, zahle sich schlussendlich aber aus. Gulati: "Manchmal ist es die einzige Möglichkeit, Ihre Karriere einen Schritt weiterzubringen und etwas zu finden, das Ihnen wirklich gefällt." (lib)

Tipps aus der Havard Business Review:

Do: Notieren Sie alle Aspekte, die Sie an Ihrem Job schätzen

Do: Fertigen Sie wöchentlich eine Liste mit Dingen an, die Sie erreicht haben

Do: Orientieren Sie sich an motivierten Kollegen, bilden Sie Netzwerke, werden Sie Mentor oder Mentorin

Don't: Die Konzentration auf Dinge, die schlecht laufen

Don't: Zu denken, dass Unzufriedenheit mit dem Job eine nicht zu verändernde Angelegenheit ist. Schon kleine Veränderungen können bewirken, dass die tägliche Arbeit mehr Spaß macht

  • Selbst der Traumjob lässt nicht immer das Herz höher schlagen. Manchmal braucht es ein wenig Nachhilfe.
    foto: dpa/martin gerten

    Selbst der Traumjob lässt nicht immer das Herz höher schlagen. Manchmal braucht es ein wenig Nachhilfe.

  • Neue Aufgaben, motivierte Kollegen: Das könnte dafür sorgen, dass die Begeisterung zurückkehrt.
    foto: istock

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