Griechische Börse bleibt geschlossen

27. Juli 2015, 07:47
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Verhandlungen mit den Geldgebern sollen noch heute starten

Athen – Die Athener Börse bleibt Insidern zufolge auch am Montag geschlossen. Möglicherweise könne der Handel am Dienstag wieder aufgenommen werden, sagte ein Vertreter des Börsenbetreibers, der nicht genannt werden wollte.

Der Handel an der Börse in Athen steht seit dem 29. Juni still, als die griechische Regierung die Banken geschlossen und Kapitalkontrollen in Kraft gesetzt hat, um eine Kapitalflucht und einen Zusammenbruch des griechischen Finanzsystems zu verhindern. Die Banken sind inzwischen wieder geöffnet, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Hilfskredite aufgestockt hat.

Die Verhandlungen über ein neues Hilfspaket für Griechenland verzögern sich unterdessen etwas. Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern über neue Finanzhilfen werden nach Angaben der EU-Kommission bereits am Montag in Athen beginnen. Vertreter von EU, EZB, Eurorettungsfonds ESM und Internationalem Währungsfonds (IWF) würden am Montag in Athen eintreffen, anschließend werde es unverzüglich Gespräche geben.

Offene Fragen

Dies sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Ob es sich bei den Vertretern zunächst ausschließlich um Experten handelt oder bereits die Leiter der Delegationen der vier Institutionen in Athen erwartet werden, sagte der Sprecher nicht. Ein IWF-Sprecher sagte jedoch, seine Institution werde am Montag vorerst nur eine "Expertengruppe" entsenden, "um die jüngsten Entwicklungen zu erörtern".

Aus dem griechischen Finanzministerium hatte es am Samstag zunächst geheißen, die Verhandlungen würden am Dienstag beginnen, die Delegationsleiter würden aber erst bis Donnerstag in Athen erwartet.

Spekulationen

In den vergangenen Tagen hatte es Spekulationen um den Beginn der Verhandlungen in Athen gegeben. Die von der linksgerichteten Syriza geführte Regierung in Athen hatte lange Zeit Vorbehalte gegenüber einer Wiederaufnahme der Besuche von Gläubigervertretern in Athen. Vor dem Amtsantritt der griechischen Regierung im Jänner hatten die Besuche der damals als Troika bezeichneten Institutionen regelmäßig stattgefunden.

Nach Einschätzung der internationalen Gläubiger benötigt Griechenland in den kommenden drei Jahren zwischen 82 und 86 Milliarden Euro. Die Zeit drängt, weil Athen am 20. August knapp 3,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen muss. Im September werden weitere 1,5 Milliarden Euro an den IWF fällig. Spätestens bis Mitte August müssen deshalb die Verhandlungen abgeschlossen sein. (APA, AFP, Reuters, 27.7.2015)

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