Theater um russischen Major in der Ukraine

26. Juli 2015, 17:33
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Kiew nimmt angeblich Offizier aus Russland fest

Moskau/Kiew – Der ukrainische Grenzschutz meldet die Festnahme eines russischen Majors. Er soll einen Munitions-Lkw der Rebellen begleitet haben, als er am Kontrollpunkt Beresowoje im Gebiet Donezk abgefangen wurde. Während ein ebenfalls festgenommener Separatistenkämpfer einen Ausweis der "Donezker Volksrepublik" (DVR) bei sich trug, wird die Identität des Russen bislang dokumentarisch nicht bestätigt; die Behörden präsentierten lediglich eine russische Fahrerlaubnis.

Über die Zugehörigkeit zu den russischen Streitkräften will der Grenzschutz "aus eigenen Worten" des Verdächtigen erfahren haben. Kiew werde die Identität des Mannes überprüfen, teilte der Vertreter der Präsidialverwaltung, Alexander Motusjanik, mit. Der Vorfall könnte den von Präsident Petro Poroschenko angekündigten Abzug schwerer Waffen bis Mitte August verzögern.

Die Rebellen nannten die Konfiskation des Munitionslasters bereits "Inszenierung der ukrainischen Geheimdienste". Der Kontrollpunkt Beresowoje sei extra dafür ausgewählt worden, weil er nicht von den Rebellen kontrolliert werde. "Er liegt in gehöriger Entfernung nördlich von unserem Territorium, ist unter Kontrolle des ukrainischen Grenzschutzes und Geheimdienstes, sodass sie dort jede beliebige Show abziehen können", zitiert die russische Nachrichtenagentur Interfax einen ungenannten Vertreter der "DVR-Regierung". Laut Frontkarten liegt Beresowoje eher südwestlich der Rebellenstellungen.

Kreml dementiert Beteiligung

Aus Russland kam bislang kein Kommentar. Der Kreml widerspricht freilich weiter entschieden Berichten über eine Beteiligung regulärer russischer Soldaten an Kämpfen in der Ukraine.

Nachdem sich zuletzt schon zwei Gefangene der Ukrainer als Angehörige der russischen Streitkräfte bezeichneten, räumte Moskau zwar ein, dass diese noch kürzlich unter der russischen Flagge gedient hätten. Sie seien jedoch schon mehrere Monate vor ihrer Gefangennahme im Donbass entlassen worden, teilte das Verteidigungsministerium in der vergangenen Woche offiziell mit. (André Ballin, 26.7.2015)

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