Umstrittener Militärpfarrer Lochner verliert Posten

25. Juli 2015, 21:58
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Seelsorge auf MilAk und Lavak werden zusammengelegt

Wien – Die Militärdiözese wird verschlankt. So wird der Seelsorgebereich der Militärpfarre an der Militärakademie in Wiener Neustadt mit jenem an der Landesverteidigungsakademie in der Wiener Stiftskaserne zusammengelegt, teile die Militärdiözese in einer Aussendung mit. Damit verliert der umstrittene Militärpfarrer Siegfried Lochner aus Wiener Neustadt diesen Posten.

Lochner hatte sich rund um die Seligsprechung Franz Jägerstätters 2007 mit Kritik am "Jägerstätterkult" hervorgetan und im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg von einem "gerechten Verteidigungskrieg" gesprochen. Lochner hat außerdem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gefirmt.

Kollegium

Auch wenn der Pfarrer der Kathedrale in Wr. Neustadt abgeschafft wird, soll die Kirche als Bischofskirche und Hauptkirche des Militärordinariats aufgewertet werden. Militärbischof Werner Freistetter wird dort regelmäßig Gottesdienst feiern und an der Militärakademie stärker präsent sein. Es wird auch weiterhin einen Rektor der Kathedrale geben, der für die Gottesdienste und die Kirche zuständig ist, hieß es in der Aussendung. Als neue Institution wird ein Kollegium von Priestern errichten, die gemeinschaftlich liturgische und pastorale Aufgaben an der Kathedrale übernehmen werden. Dadurch soll die Seelsorge an der Kathedrale auf eine breitere Basis gestellt und vielfältiger werden.

Kurse und Unterrichte, die der Militärseelsorge an den beiden Bildungseinrichtungen anvertraut werden, werden zukünftig vom "Institut für Religion und Frieden" betreut. Leiter des Instituts, das bisher von Freistetter geleitet wurde, wird der stellvertretende Leiter des Generalvikariats. Um auch einen Beitrag zur Reduktion der Generalsränge zu leisten, wird für diese Funktion der Dienstgrad Militärerzdekan, der einem Brigadier entspricht, nicht mehr vergeben.

Zudem werden statt der bisher vier Dekanate zwei territoriale Dekanate, Ost und West, geschaffen. Die Dechanten werden von den Militärpfarrern gewählt und dem Bischof zur Ernennung auf fünf Jahre vorgeschlagen. (APA, 25.7.2015)

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