Schüsse auf Flüchtlinge in Wiener Neustadt: Verdächtige frei

25. Juli 2015, 18:46
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Verdächtige nannten Hass auf Asylwerber als Motiv – Wegen Reue enthaftet

Wiener Neustadt – Die Schüsse aus Softguns auf Flüchtlinge in Wiener Neustadt am Donnerstagabend dürften einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben, bestätigte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Samstag einen Bericht des ORF Niederösterreich. Die vier jungen Männer sollen aus Abneigung gegen Asylwerber und Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik gezielt geschossen haben, sagte Habitzl zum Motiv.

Die – nach der Tat ausgeforschten – Verdächtigen (18 bis 20 Jahre) hätten sich ihre Opfer bewusst ausgesucht. Außerdem gaben sie laut Habitzl an, dass sie ihre Softguns an Menschen ausprobieren wollten. Die Staatsanwaltschaft beantragte wegen Verdachts der schweren Körperverletzung U-Haft.

Eine Gruppe von sieben Flüchtlingen war nahe ihrer Unterkunft in der Arena Nova aus einem Auto heraus anvisiert worden. Die Asylwerber trugen von den Plastik-Geschossen Schwellungen davon und wurden im Spital ambulant behandelt.

Wegen Reue enthaftet

Am Samstag wurden die Verdächtigen "gegen gelindere Mittel" enthaftet, verwies Birgit Borns, Sprecherin des Landesgerichts, auf Weisungen sowie die Bestellung eines Bewährungshelfers.

Die Männer seien unter 21, also junge Erwachsene, alle vier hätten Arbeit. Sie seien geständig, reuig und zerknirscht, begründete Borns die Entscheidung. Die Staatsanwaltschaft hatte U-Haft beantragt.

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