Griechenland lockert Finanz-Limits für Firmen und Reisende

25. Juli 2015, 14:29
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Unternehmen dürfen wieder Zahlungen ins Ausland leisten, Griechen mehr als 1.000 Euro auf Reisen mitnehmen

Athen – Die griechische Regierung hat die Finanzkontrollen für Unternehmen und ins Ausland reisende Griechen nach knapp vier Wochen gelockert. Somit können Unternehmen wieder Zahlungen im Ausland leisten und Griechen bei Reisen ab sofort 2.000 statt bisher 1.000 Euro mitnehmen. Reedereien sei es zudem gestattet, bis zu 50.000 Euro pro Tag abzuheben, teilte das Finanzministerium am späten Freitagabend mit.

Außerdem erhöhte die griechische Zentralbank das Limit für Unternehmen bei Auslandsüberweisungen von 50.000 auf 100.000 Euro. Wegen der Finanzkontrollen mussten sich die Firmen bisher eine Genehmigung holen, wenn sie das Limit überschreiten wollten. Die Änderungen deckten somit 70 Prozent der Transaktionen ab, sagte Notenbankchef Ioannis Stournaras.

Das pleitebedrohte Griechenland hatte die Kapitalverkehrskontrollen am 29. Juni auf Druck der Geldgeber eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Am Montag öffneten nach drei Wochen wieder die Banken in Griechenland, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor die Nothilfen für die griechischen Geldhäuser erhöht hatte.

Alternativen zu Privatisierungen gesucht

Zudem sucht Griechenland Alternativen zu den geplanten Privatisierungen im Energiesektor. Dies kündigte Energieminister Panos Skourletis in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung "Agora" an. Wegen der strategischen Bedeutung sollte der Netzbetreiber Admie in staatlichen Händen bleiben.

Er lehne auch eine Privatisierung der Energiefirma PPC ab. Beide seien "unbezahlbar", sagte Skourletis.

In den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern über die Gewährung eines dritten Hilfspakets hatte die Regierung in Athen versprochen, Admie zu verkaufen. Allerdings wurde vereinbart, darauf zu verzichten, wenn andere Maßnahmen zu mehr Wettbewerb im Markt führten. Regierungschef Alex Tsipras hatte nach seinem Amtsantritt im Jänner die Admie-Privatisierung zunächst gestoppt. Die Vorgänger-Regierung wollte einen Anteil von 66 Prozent an der PPC-Tochter verkaufen und hatte dafür vier Interessenten gefunden.

Das neue Hilfsprogramm zwischen Griechenland und den Gläubigern sieht einen Privatisierungsfonds im Umfang von 50 Milliarden Euro vor, 12,5 Milliarden davon soll die Regierung für Investitionen einsetzen können. Mit weiteren 12,5 Milliarden Euro sollen Schulden gesenkt werden. (APA, 25.7.2015)

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