89-jähriger Bischof protestierte in China gegen Entfernung von Kreuzen

25. Juli 2015, 12:23
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Chinesische Behörden hatten Kreuze von Kirchen gerissen. Polizei griff beim Protest nicht ein

Peking – Der 89-jährige chinesische Bischof Zhu Weifang hat gegen die Entfernung von Kreuzen in der Provinz Zhejiang demonstriert. Der auf einen Gehstock gestützte betagte katholische Kirchenmann entrollte am Freitag mit rund 20 Priestern ein Transparent mit seinen Forderungen vor einem Regierungsgebäude in Wenzhou.

Wie der asiatische katholische Pressedienst Ucanews laut Kathpress in Bangkok unter Berufung auf Augenzeugen weiter meldete, erschien während der zweistündigen Kundgebung die Polizei, sie habe aber nicht eingegriffen.

Kreuze von Kirchen gerissen

Anfang Juli hatten chinesische Behörden erneut Kreuze von mehreren Kirchen in den Diözesen Taizhou und Hangzhou in der Provinz Zhejiang herunterreißen lassen. Zuvor hatte es ähnliche Aktionen in der Diözese Wenzhou gegeben. Auch zahlreiche evangelische Kirchen sind von der Kampagne betroffen.

Bischof Zhu hatte bereits im vergangenen August seine Gläubigen in einem Brief aufgerufen, ihre Rechte zu verteidigen. Es war laut Ucanews jedoch das erste Mal, dass Katholiken in einem öffentlichen Protest auf die Straße gingen.

Hochburg inoffzieller Katholiken

In der Provinz Zhejiang leben dem Pressedienst zufolge 210.000 Katholiken. Größte Diözese ist Wenzhou. Sie gilt auch als Hochburg der "inoffiziellen" katholischen Kirche in China, die nicht der staatlichen "Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung" angehört. Dieser Untergrundkirche gehören dem Bericht zufolge rund 120.000 Gläubige an.

Die Entfernung der Kreuze ist laut Ucanews Teil einer Kampagne der kommunistischen Führung in Peking, die ethnische und religiöse Minderheiten zur Übernahme chinesischer Sitten, Gebräuche und Symbole drängen soll. Betroffen sind außer den Christen auch Muslime und Tibeter. Das Vorgehen gegen die Kreuze begann demnach bereits 2013. Ziel der Maßnahmen waren dem Pressedienst zufolge allein 1.100 protestantische Kirchen. (APA, 25.7.2015)

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