Tschechischer Präsident und Finanzminister gegen Eurozonen-Beitritt

25. Juli 2015, 10:53
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Prag will nicht beitreten, solange Griechenland Mitglied ist

Prag – Tschechien sollte laut Staatspräsident Milos Zeman und Finanzminister Andrej Babis nicht der Eurozone beitreten, solange Griechenland Mitglied ist. Beide wünschen den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion, Zeman sogar "so bald wie möglich", wie die Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" (Samstag-Ausgabe) berichtete.

"Solange Griechenland Mitglied der Eurozone ist und solange die Steuerzahler, einschließlich der tschechischen, griechische Schulden zahlen, bin ich für eine Verschiebung des Einstiegs in den Euro. Und zwar bis zu dem Zeitpunkt, bis Griechenland aus der Eurozone austritt. Ich würde mir wünschen, dass das so bald wie möglich passiert", zitierte Zemans Sprecher Jiri Ovcacek das Staatsoberhaupt gegenüber dem Blatt.

Babis sagte im Interview mit der "Mlada frontna Dnes", solange er Finanzminister und Griechenland Mitglied der Eurozone sei, "werde ich gegen den Beitritt (Tschechiens zur Eurozone) sein". "Zum jetzigen Zeitpunkt wäre die Einführung des Euro für uns unvorteilhaft und teuer", meinte Babis und fügte hinzu, ungeachtet des Griechenland-Aspekts sollte man in Tschechien eine Volksabstimmung zu einem Euro-Beitritt abhalten. Dies sei aber "nicht die Aufgabe der jetzigen Regierung", so Babis. Regulär ist die tschechische Regierung bis Herbst 2017 im Amt.

Der Finanzminister kritisierte außerdem die jüngste Finanzhilfe der EU für Griechenland. Dies sei eine "schlechte politische Entscheidung" gewesen: "In drei Jahren ist das Problem erneut auf dem Tisch, vielleicht auch früher." In diesem Zusammenhang übte Babis auch scharfe Kritik an einigen seiner EU-Amtskollegen, ohne sie namentlich zu nennen. "Eine ganze Reihe von ihnen sagen unter vier Augen, dass sie wissen, dass die Entscheidung zu Griechenland schlecht ist (... ) Sie können nur über alles schwätzen (...)", so Babis.

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