Israelischer Spion könnte nach 30 Jahren Haft in den USA freikommen

25. Juli 2015, 09:10
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Affäre um Jonathan Pollard belastet bilaterales Verhältnis

Washington/Jerusalem – Der seit 30 Jahren in den USA inhaftierte israelische Spion Jonathan Pollard könnte bald auf freien Fuß kommen. Im November könne seine Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden, teilte das US-Justizministerium am Freitag mit.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats betonte, die zuständige Bewährungskommission werde über den Fall gemäß den gängigen Verfahren entscheiden. Eine mögliche Freilassung stehe in keinerlei Zusammenhang mit außenpolitischen Erwägungen. Er widersprach damit Spekulationen, wonach eine Entlassung Pollards ein politisches Zugeständnis der USA sein könnte, um die Spannungen mit Israel wegen des Atomabkommens mit dem Iran abzubauen.

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel werden durch die Affäre um Pollard bis heute belastet. Der in den USA geborene Spion hatte beim Geheimdienst der US-Kriegsmarine als zivil angestellter Analyst Zugang zu hoch brisanten Unterlagen. Von Mai 1984 bis zu seiner Verhaftung im November 1985 übergab er dem israelischen Mossad viele tausend Dokumente mit US-Spionagematerial aus dem arabischen Raum. 1987 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. In Israel, dessen Staatsbürgerschaft Pollard 1996 erhielt, genießt er den Status eines Nationalhelden. (APA, 25.7.2015)

  • Jonathan Pollard im Jahr 1998.
    foto: ap/deblaker

    Jonathan Pollard im Jahr 1998.

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