Griechenland beantragt offiziell neue IWF-Hilfen

26. Juli 2015, 11:23
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Finanzminister Euklid Tsakalotos schreibt Brief an IWF-Chefin Christine Lagarde – Athener Börse soll bald wieder aufsperren

Athen – Griechenland hat nach offiziellen Angaben neue Hilfen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) beantragt. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Schreiben von Finanzminister Euklid Tsakalotos an IWF-Chefin Christine Lagarde hervor. Die griechische Regierung hatte immer wieder Vorbehalte zur Beteiligung des IWF an künftigen Hilfen geäußert.

Am Freitagabend veröffentlichte das griechische Finanzministerium den Brief an den IWF. Darin beantragt Athen einen neuen dreijährigen Kredit, dessen Umfang nicht genannt wurde.

Zuvor hatte das deutsche "Handelsblatt" unter Berufung auf das Umfeld der Institutionen berichtet, die Athener Regierung habe den Währungsfonds lediglich eingeladen, mit über das neue Rettungsprogramm zu verhandeln. Das Hilfsprogramm des IWF läuft noch bis März 2016. Laut Beschluss des Euro-Gipfels von Mitte Juli musste das Land aber auch darüber hinaus Hilfen beim Währungsfonds beantragen.

Athen bereitet Wiedereröffnung der Börse vor

Griechenland bereitet unterdessen nach einer einmonatigen Schließung die Wiedereröffnung der Athener Börse vor. Ein Sprecher des Betreibers sagte am Freitag, ein entsprechender Vorschlag sei an die Europäische Zentralbank (EZB) geschickt worden, um die Währungshüter nach ihrer Meinung zu befragen. Die Entscheidung liege beim Finanzministerium in Athen.

Nach den Plänen könnten ausländische Investoren ihre Anteile verkaufen und ihr Geld aus dem Euro-Staat abziehen, während dies inländischen Anlegern wegen der Beschränkungen des Kapitalverkehrs verwehrt bliebe. Sollte die Regierung schnell entscheiden, könnte am Montag in Athen wieder mit Aktien gehandelt werden. Wegen der dramatischen Zuspitzung der Schuldenkrise ist die Börse seit dem 29. Juni geschlossen.

Griechenland ist langsam wieder auf dem Weg zur Normalität, nachdem sich die Regierung mit den internationalen Gläubigern auf eine Brückenfinanzierung einigen konnte. So wurden die Kapitalverkehrskontrollen am Freitag gelockert. Firmen dürfen nun mehr Geld ins Ausland überweisen, um den Import von Rohstoffen zu erleichtern. Zudem stellte die Regierung beim Internationalen Währungsfonds einen förmlichen Antrag auf die Gewährung weiterer Kredite. (APA, 24.7.2015)

  • Euklid Tsakalotos, Finanzminister
    foto: ap/stavrakis

    Euklid Tsakalotos, Finanzminister

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