Fischermanns Feind: "Polizeiruf 110" in der ARD

26. Juli 2015, 09:00
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Warum der Polizeiruf aus Rostock zu den Perlen der deutschen Krimis zählt

Das tintenblaue Meer, kräuselnde Wellen, kühles Wasser. Wär gar nicht schlecht, wenn man bei diesen Temperaturen wenigstens im Fernsehen abkühlende Bilder serviert bekäme. Da böte sich ja am Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD eigentlich der Polizeiruf 110 an. Fischerkrieg heißt er und spielt in Rostock beziehungsweise dem Hafen Warnemünde.

Doch auf maritime Urlaubsgrüße von der Ostsee wartet man vergeblich. Die Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Sascha Buckow (Charly Hübner) suchen zwischen schmutzigen Kuttern und in düsteren Hafenkneipen den Mörder eines Fischers. Dort machen allerlei Leute allerlei Geschäfte.

Menschen und Waren aller Art

foto: ndr/christine schroeder
Kommissar Bukow (Charly Hübner, oben) greift sich Ronny (Jens Münchow, Mitte) .


Buckows leicht zwielichtiger Vater etwa, dessen sehr rote und plüschige Bar Zentrale für Handel mit Waren aller Art ist. Dazu gehören auch Menschen aus dem Irak, die über Rostock nach Schweden geschleust werden.

Kommissar Sohn ist zwar selber ein sympathisches Raubein, aber angesichts des Mordverdachts, unter dem sein Vater bald steht, dennoch entsetzt. Der Vater versteht das nicht und gibt ihm samt seiner Kollegin frustriert Geschichtsunterricht: "In der DDR waren wir Fluchthelfer. Heute heißen wir Menschenschmuggler."

Perle der deutschen Krimis

Doch auch wenn Filius Buckow tobt und wütet, Ermittlerin König zieht das Netz um den Papa enger und enger. Beide zeigen mit ihrem Spiel wieder einmal, warum der Polizeiruf aus Rostock zu den Perlen der deutschen Krimis zählt.

Die Story bringt einen nicht vor Spannung um

Die Story hingegen bringt einen nicht vor Spannung um. Aber immerhin: Das Klischee, wonach Familienangehörige von TV-Kommissaren zwar in missliche Lagen geraten können, aber letztendlich keine Bösen sind, wird nicht bedient. (Birgit Baumann, 26.7.2015)

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