Schwierige Rot-Kreuz-Hilfe im Jemen

24. Juli 2015, 17:31
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Zwei arabische Flugzeuge mit humanitärer Hilfe in Aden gelandet

Genf – Wegen der anhaltenden Kämpfe im Jemen gestaltet sich die dringend benötigte Hilfe für Zivilisten nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zunehmend schwierig. Der Leiter der IKRK-Delegation im Jemen, Antoine Grand, rief deshalb die Konfliktparteien am Freitag in Genf zur Zurückhaltung auf.

Sie sollten das humanitäre Völkerrecht beachten und Hilfsorganisationen uneingeschränkten Zugang zu den betroffenen Gebieten gewähren. Vor allem in den südlichen Gouvernements Aden und Taiz (Tais) verschärften sich Grand zufolge in den beiden vergangenen Wochen die Bodenkämpfe. Durch die zusätzlichen Luftangriffe steigere sich das Leid der Zivilbevölkerung auf ein "bisher nicht gekanntes Niveau". Im gesamten Jemen fehle es an Wasser, Nahrungsmittel und Treibstoff.

UN-Schiff eingetroffen

Erstmals seit dem Beginn der Kämpfe in Aden vor fast vier Monaten war am Dienstag ein Schiff der Vereinten Nationen (UN) mit einer Ladung des Welternährungsprogramms in der umkämpften Hafenstadt Aden eingetroffen. Schiffen mit Hilfsgütern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) war es schon im Mai gelungen, in Aden anzulegen.

Am Donnerstag landeten zwei Flugzeuge mit humanitärer Hilfe auf dem Flughafen von Aden – das erste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, das zweite aus Saudi-Arabien. Der im März geschlossene Flughafen war erst am Mittwoch wieder geöffnet worden.

Die schiitischen Houthi-Rebellen, die dem ehemaligen jemenitischen Staatschef Ali Abdullah Saleh die Treue halten, hatten im vergangenen Jahr die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und den Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi vertrieben. Dieser suchte zunächst in Aden Zuflucht.

Als die Rebellen dann im März in die strategisch wichtige Hafenstadt einmarschierten, floh Hadi nach Saudi-Arabien. In der vergangenen Woche gelang es den Präsidenten-treuen Kämpfern, Aden von den Rebellen zurückzuerobern. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt den Kampf gegen die Rebellen mit Luftangriffen.

In dem Konflikt wurden bereits mehr als 3.700 Menschen getötet, etwas mehr als die Hälfte davon Zivilisten. Nach UNO-Angaben sind wegen der Kämpfe in dem arabischen Land mehr als vier Fünftel der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen.

Anfang Juli sollte eine von den Konfliktparteien vereinbarte humanitäre Feuerpause in Kraft treten. Sie wurde jedoch immer wieder gebrochen. Die Zahl der Binnenflüchtlinge gab die UNO mit 1,26 Millionen an. Etwa 51.000 Menschen flüchteten ins Ausland. (APA, 24.7.2015)

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