Verhandlungen über Hilfen verzögern sich

24. Juli 2015, 17:24
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Insider: Sicherheitsfragen müssen geklärt werden – Griechischer Regierungsvertreter hofft auf Samstag – Weitere Kredite über 86 Mrd. Euro im Gespräch

Athen – Die Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket für das pleitebedrohte Griechenland verzögern sich. Zunächst müssten organisatorische Probleme und insbesondere Sicherheitsfragen geklärt werden, verlautete am Freitag aus der EU-Kommission. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

In den Verhandlungen der Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds mit der griechischen Regierung geht es um weitere Kredite mit einem Volumen bis zu 86 Milliarden Euro. Viele Griechen betrachten Vertreter der sogenannten Troika aber mit Argwohn, weil diese oft für die Krise des Landes und die Sparpolitik verantwortlich gemacht werden.

So hatte im Mai der damalige Finanzminister Yanis Varoufakis beklagt, die "Konvois" mit Troika-Vertretern in Athen seien erniedrigend. Die Beziehungen zwischen Griechenland und den Gläubigern sind bereits seit Jänner stark gespannt, als die linksradikale Syriza-Partei von Alexis Tsipras die Wahl gewann.

Im Moment gibt es nur Gespräche über organisatorische Fragen. Griechische Regierungsvertreter hatten in dieser Woche erklärt, die Verhandlungen würden am Freitag beginnen. Ein Athener Regierungsvertreter sagte nun, die eigentlichen Verhandlungen könnten am Samstag starten. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte lediglich, Vertreter der Gläubiger sowie des Rettungsschirmes ESM würden voraussichtlich in den kommenden Tagen nach Athen reisen.

Voraussetzung für den Start der Verhandlungen waren zwei Reformpakete, die das griechische Parlament beschlossen hat. Ein den Verhandlungen nahestehender Insider sagte aber, dass von Griechenland weitere Reformen gefordert würden, bevor Vertreter der Gläubiger nach Athen kommen könnten. (APA/Reuters, 24.7.2015)

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