Klug schränkt Offizierskarrieren drastisch ein

24. Juli 2015, 17:20
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Abteilungsleiter sollen nur noch Rang Oberst führen

Wien – Parallel zur Neuorganisation seines Ministeriums – der Standard berichtete – plant Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) eine drastische Beschränkung der Karrieremöglichkeiten für Offiziere. Abteilungsleiter in seinem Ministerium sollen – wenn eine derzeit auch im ÖVP-geführten Innenministerium diskutierte Verordnung Klugs mit 1. Jänner kommenden Jahres in Kraft tritt, nur noch Oberst werden.

Argumentiert wird das so: Als Grundregel gilt, dass der Dienstgrad Brigadier erst für Gruppenleiter erreichbar sein soll. Als Ausnahme von diesem Grundsatz gelten ausschließlich reine Kommandantenverwendungen (Militär-, Brigade- und Schulkommandanten). So soll der Vorrang eines militärischen Kommandos oder vergleichbarer Tätigkeiten gegenüber anderen Funktionen hervorgehoben werden. Weiters ist vorgesehen, dass Offiziere auf die Erreichung des jeweils nächsthöheren Dienstgrades vom Oberleutnant bis zum Oberstleutnant jeweils fünf Jahre warten müssen.

"Generalsfunktionen" auf die Hälfte reduzieren

In der Praxis wird das bedeuten, dass die Zahl der "Generalsfunktionen" (das betrifft die Ränge Brigadier, Generalmajor, Generalleutnant und General) im Bundesheer und dem Verteidigungsministerium auf die Hälfte reduziert wird. Auch für Milizoffiziere, die bisher den Brigadiersrang durch fleißiges Engagement erreichen konnten, dürften die Militärkarrieren früher enden.

Gleichzeitig ist geplant, auch bei Unteroffizieren den Karriereverlauf zu dehnen – während heute fast jede Unteroffzierslaufbahn mit dem Dienstgrad Vizeleutnant endet, so sollen diesen höchsten Dienstgrad künftig nur noch ein Viertel bis ein Drittel der militärischen Unterführer erreichen können. Noch offen ist, ob zusätzliche Dienstgrade (etwa Hauptwachtmeister) als Zwischenstufe eingeführt werden. (Conrad Seidl, 25.7.2015)

  • Die große Karriere beim Bundesheer bleibt für den kleinen Kreis.
    foto: reuters/leonhard fueger

    Die große Karriere beim Bundesheer bleibt für den kleinen Kreis.

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