Ex-Präsident der Malediven von Gefängnisinsel entlassen

24. Juli 2015, 16:03
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13-jährige Haftstrafe Nasheeds in Hausarrest umgewandelt

Male – Nach nur vier Monaten ist die 13-jährige Haftstrafe gegen den früheren Präsidenten der Malediven, Mohamed Nasheed, in Hausarrest umgewandelt worden. Nasheed sei von einer abgelegenen Gefängnisinsel geholt und auf die Hauptinsel gebracht worden, sagte sein Anwalt Jared Genser am Freitag in Colombo.

Die Regierung der Malediven hatte zuvor mitgeteilt, sie werde die Verurteilung Nasheeds wegen Terrorismus anfechten. Die Umwandlung der Haftstrafe in Hausarrest wurde von amtlicher Seite bestätigt, aber nicht begründet.

Ein Gericht in Malé hatte Nasheed im März für schuldig befunden, in seiner Amtszeit im Januar 2012 die Verhaftung des Vorsitzenden des Strafgerichtshofs der Malediven wegen Korruption veranlasst zu haben. Genser sagte, sein Mandant solle nun medizinische Behandlung erhalten. Die Umwandlung der Strafe sei bereits am 19. Juli erfolgt.

Erster demokratisch gewählter Präsident

Der ehemalige politische Häftling Nasheed war 2008 als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des bei wohlhabenden Touristen aus aller Welt beliebten Inselstaats gelangt. Vier Jahre später trat er nach einer Meuterei der Polizei und Protesten gegen die Festnahme des Strafgerichtshofs-Vorsitzenden zurück.

Auf den Malediven mit ihren mehr als tausend Inseln herrscht eine strenge Auslegung des Islam. Die den Touristen vorbehaltenen Ferieninseln sind für die meisten Einheimischen tabu. (APA, 24.7.2015)

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