Promotion - entgeltliche Einschaltung

Such den "Bug": Coduno objektiviert Recruiting-Prozess für Softwareentwickler

24. Juli 2015, 13:15

Sachliche und transparente Challenges statt subjektiver Entscheidungskriterien bei der Personalauswahl – Das Testprogramm "Fingerprint" des jungen Startups richtet sich dabei möglichst nahe am Arbeitsalltag aus.

Am Beginn eines Startups steht eine Idee. Diese Idee aber auch tatsächlich zu verwirklichen, erfordert einiges an Hingabe. Vor diesem Schritt standen zuletzt die beiden Wiener Lorenz Leutgeb (21) und Julia Dür (19), die mit Coduno den Personalbeschaffungsprozess für Softwareentwickler verbessern möchten. Sie haben sich dafür entschlossen, ihr Projekt anzupacken und andere Verpflichtungen wie das Studium und den Nebenjob hintenanzustellen. Im Herbst startet der erste Probedurchlauf.

Personalbeschaffung

Im Gespräch erzählt uns Lorenz, wie üblicherweise der Personalbeschaffungsprozess in Unternehmen abläuft. Auf ein Bewerbungsschreiben folgt – hoffentlich – eine Einladung zu einem Gespräch mit der Personalabteilung, um den Kandidaten persönlich kennen zu lernen und den Lebenslauf durchzugehen. Erst bei einem weiteren Termin findet dann eine Prüfung der fachlichen Fähigkeiten statt. An diesem Punkt möchte Coduno ansetzen.

Fingerprint

Kandidaten, die sich für eine Stelle als Softwareentwickler bewerben, sollen direkt nach ihrer Bewerbung einen Test zur fachlichen Eignung absolvieren – der "Fingerprint". Dieser Test wird online bei Coduno durchgeführt und wird kein stumpfes Programmier-Wissen abfragen, sondern praktische Aufgaben, wie sie auch im Unternehmen vorkommen könnten, stellen. Als Beispiel nennt Lorenz etwa einen Code, bei dem ein Bug entdeckt und behoben werden muss.

Möglichst realitätsnah

Zwar gibt es bereits Mitbewerber, die ähnliche Tests für den Personalentscheidungsprozess anbieten, diese beschränken sich jedoch häufig auf algorithmische Tests. "Unser Test ist deutlich näher an der Realität", erklärt Lorenz mit Hinweis auf die möglichst praktischen Aufgaben beim Fingerprint. Der Bewerber lädt die erledigten Aufgaben anschließend auf die Server von Coduno, dort werden sie automatisch geprüft und nach transparenten Kriterien bewertet. Der Code von Coduno wird als Open-Source angeboten.

Objektive Bewertung

Coduno schaltet dadurch den subjektiven Faktor Mensch, nach dem Kandidaten beim ersten Gespräch häufig bewertet werden, aus und ersetzt den ersten Interview-Termin mit einer objektiven Prüfung der fachlichen Eignung. Das Unternehmen hat über ein Online-Portal Zugriff auf die Testergebnisse und kann sich alle Kandidaten in einem Ranking ansehen, auch der hochgeladene Code ist einsehbar. Die geeignetsten Bewerber können schließlich zu einem Gespräch eingeladen werden, bevor dann die Personalauswahl getroffen wird.

Programmier-Challenges

Die Vision von Lorenz und Julia geht jedoch noch weiter. Neben dem Fingerprint wollen sie auch längerfristige Programmier-Challenges anbieten und damit eine Schnittstelle für Universitäten, Studenten, Schulen, Schüler, Unternehmer und Bewerber schaffen. Wenn Unternehmen bereits Wochen oder Monate im vorhinein wissen, dass eine Stelle zu besetzen ist, könnte sich eine solche Challenge dann über einen längeren Zeitraum von bis zu einem Quartal strecken.

Kooperation mit Schulen und Unis

Denkbar – wenn auch nicht in greifbarer Nähe – wären auch Kooperationen mit Universitäten und Schulen. Schul- und Uni-Aufgaben könnten dann direkt über Coduno abgewickelt werden, wodurch es deutlich mehr Datenpunkte gäbe und genauere Profile erstellt werden könnten. Durch die Auswertung der Aufgaben könnten Schüler und Studenten auch ein Feedback ihrer Aufgaben erhalten – Coduno bewegt sich dann von Recruiting in den Bereich Bildung. Möchte ein Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, ist bereits ein Daten-Pool vorhanden und geeignete Kandidaten können ausgewählt werden.

Probedurchlauf im Herbst

Vorerst möchten sich Lorenz und Julia aber auf den Fingerprint konzentrieren. In den nächsten Wochen soll ein neuer Prototyp entwickelt werden, der dann im Herbst erstmals unter realen Bedingungen eingesetzt wird. Zwei Unternehmen haben sich bereit erklärt, das System für die Auswahl von Praktikanten einzusetzen. Außerdem gab es bereits Gespräche mit Investoren. Lorenz ist guter Dinge, dass die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss führen werden.

AWS First

Der Weg bis dahin war aber nicht einfach. Coduno nimmt am einjährigen Startup-Förderprogramm AWS First teil. Die Idee hinter dem Projekt wird dort weiter geformt und das Team erhält Schulungen zur Unternehmensgründung sowie finanzielle Unterstützung. Ursprünglich bestand Coduno aus vier Personen, mittlerweile hat sich das Team halbiert. Ein Mitglied verließ bereits vor einigen Monaten das Team, einem weiteren wurde es schließlich zu heiß als die Investoren-Gespräche begonnen haben.

Zeitaufwand

"Da geht es dann in die Richtung: 'Willst du das wirklich mindestens die nächsten fünf Jahre machen und eine Verpflichtung abgeben?'", erzählt Lorenz. Schulabgänger bzw. Studienanfänger sind ja oft noch in einer Orientierungsphase, die Verantwortung für ein Unternehmen zu übernehmen will daher gut überlegt sein. "Vor allem wenn man es ernst nimmt geht da wirklich viel Zeit drauf."

Unternehmensgründung

Lorenz und Julia haben sich jedoch dazu entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen. Bis Oktober sind sie noch bei AWS First, anschließend wird es ernst. Nach erfolgreicher Suche nach einem Investor soll das eigene Unternehmen gegründet werden. Vorerst wollen sich die beiden auf den Fingerprint konzentrieren und das Feedback aus dem ersten Probedurchlauf einfließen lassen – mit dem Hintergedanken und der Vision, dass aus Coduno noch viel mehr werden könnte. (Martin Wendel, 7.2015)

Weitere Infos zu Coduno



Dieser Artikel bietet einen Überblick zum aws First Programm, dessen Kick-off ins zweite Jahre gerade stattgefunden hat.

Weitere Details: www.awsg.at/first.

  • Lorenz und Julia glauben an ihr Start-up
    foto: coduno

    Lorenz und Julia glauben an ihr Start-up

  • Artikelbild
Share if you care.