Unis: Pühringer will Ausländerquote in Medizin verlängern

24. Juli 2015, 12:16
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Landeshauptmann wirbt in Brüssel für die Beibehaltung der 2016 auslaufenden 25-Prozent-Obergrenze für ausländische Studenten

Brüssel/Traun – Für den oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) gehört die Quotenregel beim Medizinstudium in Österreich über 2016 hinaus verlängert. Mit diesem Begehren ist Pühringer am Donnerstag zu EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Brüssel gereist, wie er bei einem Pressefrühstück am Freitag berichtete.

Falle die Obergrenze von einem Viertel ausländischer Studenten, fürchtet er, dass die neue Linzer Medizin-Fakultät von "Deutschen niedergelaufen wird". Derzeit sind 75 Prozent der Plätze für Human-und Zahnmedizin für Studenten mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent für EU-Bürger und fünf Prozent Nicht-EU-Bürger.

Moratorium vor Auslaufen

Diese Vorgabe war ursprünglich von der EU-Kommission wegen der Diskriminierung von EU-Bürgern bekämpft worden, bis 2016 wurde allerdings ein Moratorium gewährt. Bis dahin muss Österreich nachweisen, dass ohne Quote die medizinische Versorgung des Landes nicht gesichert ist, vor allem deshalb, weil Studenten aus Deutschland nach ihrem Studienabschluss Österreich wieder verlassen und dem heimischen Gesundheitssystem damit nicht zur Verfügung stehen.

"Drohender Ärztemangel"

Diese Situation ist für Pühringer Realität, wie er Juncker informierte. Ein "drohender Ärztemangel" mache ein Festhalten an der Quote erforderlich, begründete der Landeshauptmann sein Gesuch an den EU-Kommissionspräsident . "Wir wollen an der oberösterreichischen Fakultät oberösterreichische Mediziner ausbilden", erklärte er. Schon jetzt erhalte ein Großteil der heimischen Studienanwärter wegen der "Deckelung" keinen Studienplatz. Würde die Quote fallen, verschärfe sich diese Situation noch weiter. (APA, 24.7.2015)

  • Begrenzte Plätze für ausländische Medizinstudierende – dafür sorgt nicht nur der Aufnahmetest sondern auch die 2016 auslaufende Quotenregelung.
    foto: apa/roland schlager

    Begrenzte Plätze für ausländische Medizinstudierende – dafür sorgt nicht nur der Aufnahmetest sondern auch die 2016 auslaufende Quotenregelung.

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