Telekom Austria: Slim-Mann Plater wird wohl Ametsreiter-Nachfolger

24. Juli 2015, 10:15
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Plater-Kür nur mehr Routine

Der derzeitige Technik-Vorstand der Telekom Austria, der gebürtige Argentinier Alejandro Plater, dürfte heute zum Nachfolger des scheidenden Telekom-Generaldirektors, Hannes Ametsreiter bestellt, werden. Seine Kür zum neuen Konzernchef sei praktisch nur mehr Routine, berichten mehrere Tageszeitungen, darunter auch DER STANDARD, am Freitag. Unterschiede gibt es dagegen in der Einschätzung einer weiteren Kapitalerhöhung.

Der Telekom-Aufsichtsrat wird heute ab dem späteren Vormittag über die Personalia und eventuell auch über eine Kapitalerhöhung entscheiden.

Syndikatsvertrag

Im Match zwischen Mexiko und Österreich bei der Nachbesetzung des Generaldirektorpostens in derTelekom deute vieles auf einen typischen österreichischen Kompromiss hin. Die mit knapp 60 Prozent des Aktienkapitals dominierende América Móvil (Amov) des Mexikaners Carlos Slim bekomme interimistisch den laut Syndikatsvertrag Österreich zustehenden TA-Chef überlassen. Im Gegenzug soll das mit dem Mobilfunk fusionierte Festnetz, also die Österreich-Tochter A1 Telekom Austria AG, aus der TA heraus nachbesetzt werden. Auf diese Variante hätten sich die ÖBIB – sie ist für den 28,4-Prozentanteil des Staates zuständig – und Amov gestern in einer Syndikatssitzung verständigt.

Bisher war der A1-Chefposten in Personalunion von Ametsreiter ausgeübt worden. Gleichzeitig soll auch der Syndikatsvertrag mit Amov nachjustiert werden.

Kein Staatsgeld

Hinsichtlich einer weiteren Kapitalerhöhung, die die Mexikaner offenbar für notwendig halten, hat es gestern laut "Presse" ein Treffen zwischen Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und dem Amov-Finanzchef Carlos Garcia Moreno gegeben. Schelling sei dabei bei seiner Meinung geblieben, dafür kein Staatsgeld einsetzen zu wollen. Laut "Kurier" ist eine weitere Kapitalerhöhung für die nächste Zeit kein Thema. Dafür werde außerdem eine Dreiviertelmehrheit in der Hauptversammlung gebraucht, die die Amov ohne ÖBIB nicht habe, so der "Standard".

Inzwischen macht auch TA-Betriebsratschef Walter Holtz für den Erhalt einer Sperrminorität von 25 Prozent plus 1 Aktie mobil. Sollte die ÖBIB nämlich unter 25 Prozent fallen, könnte die Gewerkschaft die Telekom als KV-Partner verlieren. "Das wäre ein Wahnsinn", wird Holtz zitiert.

Arbeitsplätze und Wertsteigerung

Außerdem könne der Bund sein TA-Paket laut ÖBIB-Gesetz auch nicht so einfach abschmelzen, da sie auf "öffentliches Interesse, Arbeitsplätze und Wertsteigerung" Bedacht zu nehmen und jenen Einfluss aufrechtzuerhalten habe, der es ermögliche, eine Sperrminorität zu erhalten.

Laut "Presse" geht es dabei auch darum, ob der "lukrative Kollektivvertrag" der Telekom aufrecht bleiben kann. Er drohe verloren zu gehen, wenn die ÖBIB unter die Sperrminorität falle. Die Gewerkschaft sei deswegen schon in Alarmstimmung und hätten schon ÖGB-Präsident Erich Foglar und Infrastrukturminister Alois Stöger (SPÖ) auf einen Kampf eingeschworen. (APA, 24.7. 2015)

  • Alejandro Plater
    foto: standard/corn

    Alejandro Plater

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