Polizeigewalt

Einserkastl23. Juli 2015, 17:27
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Das Drauflosknallen bei der geringsten Provokation zeigt ein schweres Mentalitätsproblem

Den Klassiker "ungestümes Benehmen" (bei Polizeikontrollen) gibt es in veränderter Formulierung ("Aggressives Verhalten gegenüber Organen der öffentlichen Sicherheit und Militärwachen") bei uns noch als Straftatbestand. Nach Paragraf 82 Sicherheitspolizeigesetz sind Zuwiderhandelnde mit 350 Euro oder (im Wiederholungsfall) bis zu zwei Wochen Haft zu bestrafen. In den USA scheint jedoch die Todesstrafe darauf zu stehen, vor allem wenn die angehaltenen Personen schwarz sind und der (schießwütige) Polizist weiß.

Dass in den USA nach wie vor zwei getrennte Welten existieren – die weiße Noch-Mehrheit und verschiedene Minderheiten, vor allem die schwarze – weiß jeder, der sich länger dort aufgehalten hat. Die Epidemie von Vorfällen, bei denen unbewaffnete Schwarze, auch solche, die sich nicht aggressiv verhalten, durch die Polizei zu Tode kommen, wirft die Frage auf, was mit dem Land los ist.

Ein Punkt ist sicher, dass die uniformierte US-Polizei häufig schlecht ausgebildet, in der Ausrüstung viel zu militärisch und generell zu gewaltbereit ist – angesichts von zahlreichen gewaltbereiten Zivilisten, die über ganze Waffenarsenale verfügen, irgendwie erklärlich. Aber dieses Drauflosknallen bei der geringsten oder überhaupt keiner Provokation und vor allem gegenüber Minderheiten zeigt ein schweres Mentalitätsproblem. Eines, das offenbar seit langem im Verborgenen existierte, aber jetzt aus schwer fassbaren Gründen hervorbricht. (Hans Rauscher, 23.7.2015)

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