Italiens Kaffeeröster stellen sich neu auf

23. Juli 2015, 17:10
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Der Kaffeemarkt ist im Umbruch, Größe wird zu einem entscheidenden Kriterium. Lavazza legt ein Angebot für Carte Noire

Nachdem der Kaffeeröster Segafredo vor kurzem an die Börse ging und sich auch beim Triestiner Traditionshaus Illy ein Börsengang anbahnt, sorgt nun Italiens größter Kaffeeröster und weltweite Nummer sieben, Lavazza, für Überraschung.

Das Turiner Unternehmen bietet 800 Millionen Euro für den französischen Rivalen Carte Noire. Dies entspricht dem zwölffachen Ebitda (Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) der Franzosen. Die Finanzierung erfolgt aus eigenen Mitteln. Lavazza hat erst kürzlich Anteile an dem US-Kaffeemaschinenbauer verkauft und dafür 620 Millionen Dollar (567 Millionen Euro) kassiert. Zudem hat Lavazza 340 illionen Euro in der Kriegskasse.

"Nur wer einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro erreicht, kann im verschärften Wettbewerb überleben und droht nicht Beute zu werden", meinte Konzernchef Antonio Baravalle. Seiner Ansicht nach findet am internationalen Kaffeemarkt derzeit eine Revolution statt. Mit der Übernahme des französischen Rivalen und der vor kurzem erworbenen Merrild aus Dänemark nähert sich Lavazza mit 1,78 Milliarden Euro diesem Umsatzziel.

Noch immer ist Lavazza deutlich kleiner als die deutsche Tchibo-Gruppe mit 3,4 Milliarden Euro Umsatz. Auch Segafredo Zanetti mit einem Umsatz von 900 Millionen Euro befindet sich auf Expansionskurs. Mit dem Erlös aus dem IPO wurde Boncafé aus Singapur erworben. Heuer sehen Italiens Kaffeeröster günstige Aussichten für ein Umsatzwachstum. Doch die gestiegenen Preise für Rohkaffee drückten den Gewinn. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 23.7.2015)

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