"Mission: Impossible 5": Action-Oper in der Selbstkrise

24. Juli 2015, 00:05
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Der Film mit Tom Cruise feierte pompöse Weltpremiere in Wien

Wien – In jeder Agentenserie kommt der Moment, in dem die eigene Organisation unter Verdacht gerät. So wie im letzten James-Bond-Film Skyfall die MI6 eine harte Bewährungsprobe durchlief, droht nun auch der IMF (Impossible Missions Force) die Schließung. Geheimagent Ethan Hunt, der in deren Sold steht, wird bei der CIA daraufhin als unkontrollierbare Rakete eingestuft. Doch der Mann ist bekanntlich gut im Versteckspielen. Um sich zu rehabilitieren, tritt er nun (fast) allein den Beweisgang an, dass das von ihm bekämpfte Verbrechersyndikat nicht in seinem Kopf, sondern global agiert.

James Bond ist in Mission: Impossible – Rogue Nation, der Donnerstagabend in Wien seine pompöse Weltpremiere feierte, auch in anderer Hinsicht präsent. Der Wechsel exotischer Schauplätze tritt stärker in den Vordergrund. Das Setpiece in der Wiener Staatsoper gerät zu einem Schaustück, das an die Suspense-Modelle von Alfred Hitchcock erinnert: Das Turandot-Publikum ahnt keine Sekunde, dass sich im Schnürboden ein Kampf um Leben und Tod entspinnt. Ein Höhepunkt des Films.

Auch die ausgedehnten Verfolgungsjagden durch marokkanische Altstadtgassen und Autobahnen überzeugen unter der Regie Christopher McQuarries als Action-Kino der altmodischen Sorte, das sich auf physische Attraktionen verlässt. Die x-fachen Täuschungsmanöver des Plots wirken dagegen eher schlampig zusammengeleimt als besonders ausgeklügelt. Immerhin bescheren sie Hunt in Person der Agentin Ilsa Faust ein Gegenüber mit starker Beinkraft: eine Performance, die für die Schwedin Rebecca Ferguson wohl zum Karrieresprungbrett wird. (Dominik Kamalzadeh, 24.7.2015)

Regulärer Filmstart am 6. 8.

  • Doppelagenten-Doppel: Rebecca Ferguson  und Tom Cruise.
    foto: ap/chiabella james

    Doppelagenten-Doppel: Rebecca Ferguson und Tom Cruise.

  • kinocheck

    Trailer zum Film.

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