"Lumos": Smarter Radhelm soll Straßenverkehr sicherer machen

3. August 2015, 17:38
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Ermöglicht Blinksignale über Fahrradlenker und verfügt über automatisches Bremslicht

Eine der vermutlich größten gesellschaftlichen Verwerfungen des Stadtlebens ist das Verhältnis unterschiedlicher Gruppen von Verkehrsteilnehmer. Insbesondere Autofahrer und Radler stehen sich in vielen Diskussionen oft feindselig gegenüber.

Die Spannungen wird auch der smarte Bike-Helm "Lumos" nicht lösen können, jedoch soll er die gemeinsame Benutzung der Straßen für alle sicherer gestalten. Das Accessoir stößt schon jetzt auf regen Zuspruch beim Crowdfunding auf Kickstarter.

LEDs für Blinkzeichen

Optisch wirkt "Lumos" auf den ersten Blick kaum anders als andere Fahrradhelme. Das Design ist grundsätzlich recht traditionell gehalten, den Unterschied machen allerdings die integrierten LED-Lichter in mehreren Farben.

Der Großteil davon ist auf der Rückseite angeordnet. Mit im Lieferumfang ist eine drahtlose Fernbedienung, die der Fahrer am Lenker anbringen kann. Mit ihnen kann er signalisieren, wenn er nach links oder rechts abbiegen will, was mit blinkenden Pfeilen signalisiert wird. Bremsvorgänge werden über den integrierten Beschleunigungssensor autoamtisch erfasst und mit einem roten Bremslicht signalisiert.

Auch stirnseitig sind LEDs verbaut, hier allerdings in weißer Farbe. Sie dienen als zusätzliche Möglichkeit der Straßenbeleuchtung. In Österreich dürfte der Helm nicht als alleiniger Scheinwerfer verwendet werden, da laut Gesetz dieser fest mit dem Rad verbunden sein muss. Auch Nutzer herkömmlicher Stirnlampen müssen daher auch über ein normales Licht verfügen.

foto: lumos helmets

Wasserfest

Zur Stromversorgung nutzt der Helm einen integrierten Akku, der sich per USB aufladen lässt. Er ist außerdem wasserfest und somit auch für Schlechtwetter geeignet. Die Fernbedienung läuft mit einer Knopfzelle, für bis zu sechs Monate.

Von "Lumos" gibt es bereits einen Prototypen und die Spezifizierung ist in Europa und den USA bereits abgeschlossen. Ab September wird die Massenproduktion vorbereitet, im Oktober folgen Labortests und im Januar 2016 soll die Herstellung schließlich beginnen. Die Auslieferung ist vorerst in drei Chargen ab April geplant.

foto: lumos helmets

Hohe Nachfrage

Über den Erfolg ihrer Kickstarter-Kampagne müssen sich die Erfinder des in Boston ansässigen Start-ups Lumos Helmets keine Sorgen mehr machen. Nach knapp zehn Tagen hat man mit über 500.000 Dollar schon das Vierfache des Zielbetrags von 125.000 Dollar erreicht. Die Finanzierung läuft noch bis 13. August.

Interessenten können sich einen Helm um 99 Dollar sichern, zur Auswahl stehen zwei Größen in schwarzer und weißer Farbe. (gpi, 03.08.2015)

Hinweise zu Crowdfunding

Bei den meisten Consumer-Plattformen wird der Unterstützer zu einem nachrangigen Investor mit geringen Rechten. Die Belohnungen, oft in Form von Produkten, sind als freiwillige "Belohnung" für die Investition gedacht. Die Unterstützung eines Projektes hat daher nicht den Status einer für den Produzenten verbindlichen Vorbestellung.

Wer in ein Projekt investiert sollte daher weitestmöglich die Glaubwürdigkeit des dahinter stehenden Unternehmens und seiner Versprechungen prüfen. Eine derartige Kontrolle erfolgt durch Kickstarter und Co. in der Regel nicht. Dem Risiko entgegen steht dafür der Vorteil, dass über Crowdfunding kreative und innovative Projekte in verschiedenen Bereichen realisiert werden können, für die sich traditionelle Investoren nicht begeistern lassen.

Links

Kickstarter

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