s Bausparkasse im Halbjahr mit mehr Einlagen

23. Juli 2015, 13:37
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Weniger Neuverträge

Wien – Die s Bausparkasse weist für das erste Halbjahr etwas mehr Einlagen aus, Neugeschäft und Auszahlungen waren rückläufig. Die s Wohnbaubank bekommt das Niedrigzinsniveau zu spüren, der Vorstand rechnet heuer mit einer Halbierung des Emissionsvolumens auf rund 100 Mio. Euro.

Die Einlagen der s Wohnbaubank stiegen in den ersten sechs Monaten leicht um 27 Mio. Euro auf 6,98 Mrd. Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge sank dagegen um 9,2 Prozent auf 123.179 Stück. Mit ein Grund für den Rückgang war, dass die Bank Austria als Vertriebspartner weggefallen ist. Am Gesamtmarkt wurden im ersten Halbjahr mehr als 400.000 neue Bausparer abgeschlossen, um rund 6,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den guten Mittelzufluss begründet die s Bausparkasse unter anderem damit, dass viele Kunden das Geld auf älteren und besser verzinsten Bausparverträgen liegen lassen oder mehr einzahlen. Bei den so genannten Übersparungen wird der für den Bausparvertrag geltende Zinssatz aber nur bis zu 10.000 Euro gezahlt. Für darüber hinausgehende Beträge gilt dann eine niedrigere Verzinsung. Die höchste Verzinsung aus Altverträgen liegt derzeit bei mehr als 4 Prozent.

Nachfrage moderat

Moderat ist trotz des niedrigen Zinsniveaus auch die Nachfrage nach Bausparfinanzierungen. Die Auszahlungen (Finanzierungsleistungen) bei der s Bausparkasse verringerten sich in den ersten sechs Monaten um 9,1 Prozent auf 353 Mio. Euro. Der Ausleihungsbestand sank um 0,83 Prozent auf 6,63 Mrd. Euro. Die Zinsuntergrenze für Bauspardarlehen wurde heuer bereits gesenkt und liegt bei der s Bauparkasse derzeit bei 2 Prozent. Man werde mit Nachfrage nach Wohnbaukrediten derzeit nicht gerade überschüttet, so s Bausparkasse-Generaldirektor Josef Schmidinger Mittwochabend vor Journalisten. Die Bauinvestitionen im privaten Sektor seien relativ schwach.

Bei der Wohnbaubank hinterließen die Niedrigzinsen beim Anleihenabsatz eine Delle, so Ernst Karner, Vorstand der s Wohnbaubank und der s Bausparkasse. Die Kunden parkten das Geld offenbar lieber kurzfristig in Erwartung höherer Zinsen. Derzeit seien rund 20 Mio. Euro platziert, im Laufe des Jahres dürften noch rund 25 Mio. Euro dazukommen. Weitere rund 50 Mio. Euro werden gegen Jahresende noch von Freiberuflern und Einzelunternehmen erwartet, die im Rahmen des Gewinnfreibetrags entweder in ihr Unternehmen investieren oder in Wohnbauanleihen anlegen können. Somit dürften die Emissionen heuer bei rund 100 Mio. Euro liegen. 2014 belief sich das Volumen neuer Wohnbauanleihen auf 212,5 Mio. Euro.

Bevorzugt würden von den Anlegern die fix verzinsten Tranchen, auf die fast 80 Prozent aller gezeichneten Emissionen entfielen. Die Laufzeit der aktuellen fix verzinsten 1,65-Prozent Anleihe liegt bei rund 11 Jahren und drei Monaten. Aufgrund der KESt-Befreiung ist dies laut Wohnbaubank vergleichbar mit einer voll steuerpflichtigen Anleihe mit einer Nominalverzinsung von 2,2 Prozent pro Jahr. (APA, 23.7.2015)

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