Mit Antihormonen und "Knochenhärtern" gegen Brustkrebs

24. Juli 2015, 10:43
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Zwei Meta-Analysen zeigen, dass eine Frühtherapie von Brustkrebspatientinnen mit Antihormonen oder "Knochenhärtern" die Rückfallsrate und Mortalität senkt

Wien/London – In den beiden Studienauswertungen sind die Daten bereits vorhandener klinischen Studien zusammengefasst und erneut ausgewertet worden. Damit soll die Aussagekraft der Ergebnisse im Vergleich zu jener der einzelnen Untersuchungen erhöht werden.

In der ersten Meta-Analyse der internationalen "Early Breast Cancer Trialist's Colloborative Group" wurden die Daten von neun groß angelegen klinischen Studien mit 31.920 Patientinnen mit frühem, hormonabhängigen Brustkrebs nach der Menopause analysiert.

Dabei zeigte sich, dass fünf Jahre medikamentöse Behandlung nach der Operation mit einem sogenannten Aromatase-Hemmer zur Unterdrückung der körpereigenen Östrogen-Produktion im Vergleich zur alten Therapieform mit dem Östrogenrezeptor-Hemmer Tamoxifen eine eindeutig bessere Wirkung hat. Konkret: Verringerung der Rückfallsrate um ein Drittel, Reduktion der Brustkrebs-Mortalität um 15 Prozent binnen zehn Jahren. Im Vergleich ohne antihormonelle Therapie sank die Brustkrebs-Sterblichkeit um 40 Prozent.

Knochenhärter gegen Knochenmetastasen

Die zweite Meta-Analyse erfolgte durch Zusammenfassung der Daten von 18.766 Studienteilnehmerinnen mit Brustkrebs im Frühstadium vor oder nach der Menopause. Insgesamt waren hier 26 klinischen Studien inkludiert. Dabei wurden die gepoolten Informationen aus Untersuchungen analysiert, in denen die Patientinnen zwei bis fünf Jahre nach der Operation auch sogenannte Bisphosphonate erhalten hatten.

Diese Arzneimittel werden in der Behandlung der Osteoporose als "Knochenhärter" eingesetzt. Bei Krebspatienten gibt es Hinweise auf eine hemmende Wirkung bezüglich Knochenmetastasen. Bei antihormoneller Behandlung nach Brustkrebs sollen sie auch einer therapiebedingten Osteoporose entgegen wirken.

Bei Mammakarzinom-Patienten vor dem Wechsel zeigte sich statistisch kein signifikanter Effekt. Doch bei Frauen nach der Menopause brachte die Bisphosphonat-Therapie eine Reduktion der Häufigkeit des Auftretens von Knochenmetastasen um 28 Prozent und eine Verringerung der Brustkrebsmortalität um 18 Prozent. (APA, 24.7.2015)

  • In Österreich gibt es pro Jahr rund 5.200 Brustkrebs-Neuerkrankungen. Etwa 70 Prozent davon sind hormonell bedingt.
    foto: dpa / jan-peter kasper

    In Österreich gibt es pro Jahr rund 5.200 Brustkrebs-Neuerkrankungen. Etwa 70 Prozent davon sind hormonell bedingt.

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