Türkei: Kinderärztin Seven überlebt Anschlag von Suruç

22. Juli 2015, 21:52
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27-Jährige erhielt 14 Blutkonserven

Suruç – Eine beim Attentat von Suruç am Montag schwer verletzte Kinderärztin, die durch ein berührendes Foto weithin bekannt wurde, hat den Angriff überlebt. Die türkische Zeitung "Hürriyet" berichtete am Mittwoch, dass die 27-jährige Çağla Seven nicht länger in Lebensgefahr schwebe.

Seven war auf einem im Internet verbreiteten Foto zu sehen, wie sie nach dem verheerenden Selbstmordanschlag in der türkischen Stadt nahe der Grenze zu Syrien von Blut und Trümmern bedeckt die Hand einer anderen Frau hält, während sie selbst den Kopf zu heben versucht. Der behandelnde Arzt Mehmet Yazar sagte "Hürriyet", die junge Frau habe mehr als hundert Splitter im Körper gehabt. Ihr Herz habe aufgehört zu schlagen und sie habe 14 Blutkonserven erhalten, bevor die Beatmungsmaschine abgestellt worden sei.

Langwierige Behandlung

Nun aber sei sie nicht länger in Lebensgefahr, sagte der Arzt Enver Dayıoğlu, der sie im Krankenhaus in Istanbul begleitete, wohin sie nach dem Anschlag gebracht worden war. Sie werde aber eine langwierige Behandlung benötigen.

Bei dem Selbstmordanschlag in Suruç waren am Montag 32 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer waren junge Freiwillige der Föderation Sozialistischer Jugendverbände (SGDF), die beim Wiederaufbau der syrischen Grenzstadt Kobane helfen wollten. Die Stadt war bei monatelangen Kämpfen zwischen kurdischen Milizen und den Anhängern der jihadistischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) zu großen Teilen zerstört worden. Die türkischen Behörden machten die IS-Extremisten für den Anschlag in Suruç verantwortlich. (red, APA, 22.7.2015)

  • Das Bild, auf dem Çağla Seven den Kopf zu heben versucht, wurde in sozialen Netzwerken vielfach verbreitet.
    foto: apa/epa/depo photos

    Das Bild, auf dem Çağla Seven den Kopf zu heben versucht, wurde in sozialen Netzwerken vielfach verbreitet.

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