Radiotest: Kronehit verliert nach Zwischenhoch signifikant

23. Juli 2015, 11:59
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"Intensivste Gegenprogrammierung des ORF" und Online-Konkurrenz, erklärt Senderchef Swoboda

Wien – Kronehit jubelte am schnellsten – die erste Aussendung unter vielen zum Radiotest kam, mit Sperrfrist, schon Mittwoch um 17.30. Hintergrund der Eile wohl: Kronehit verlor laut Radiotest im ersten Halbjahr signifikant gegenüber den Vorjahreswerten – und ein Stück über den Werten vor zwei Jahren.

Unter dem Titel "Kronehit klare Nummer 1" erklärt Geschäftsführer Ernst Swoboda im zweiten Absatz eine Entwicklung, die in der Aussendung naturgemäß nicht genannt wird: Die Rahmenbedingungen für Kronehit würden "laufend schwieriger". Dem ORF attestiert Swoboda "intensivste Gegenprogrammierung", der "offenbar seinen Programmauftrag vergessen habe; zudem mit immer stärkerer Konkurrenz durch Online-Angebote.

Signifikante Veränderungen bei Hörern ab zehn

Die Privatradiovermarkterin RMS errechnet, welche Tagesreichweiten (Montag bis Sonntag, Publikum ab zehn Jahren) sich gegenüber den Daten vor einem Jahr signifikant verändert haben. Im ersten Halbjahr 2015 waren das gegenüber dem ersten Halbjahr 2014:

  • Kronehit verlor bundesweit signifikant von 12,6 auf 11,6 Prozent.
  • In Wien ging Kronehit ebenfalls signifikant von 11,2 auf 9 Prozent zurück.
  • Die hier neue Welle 1 Graz legte dort von 0,2 auf 0,7 Prozent zu.
  • In Tirol legten die von der RMS vermarkteten Sender gemeinsam von 30,8 auf 34,4 Prozent zu.
  • In Vorarlberg steigerte sich die Antenne Vorarlberg signifikant von 18,9 auf 22,3 Prozent.

Signifikante Veränderungen in der Werbezielgruppe

Nur zwei statistisch aussagekräftige Veränderungen zwischen den ersten Halbjahren 2014 und 2015 fand die RMS in der Werbezielgruppe der 14- bis 49jährigen, beide in Salzburg bei eher jungen Programmen:

  • Welle 1 Salzburg legte im Bundesland signifikant von 6,6 auf 10,2 Prozent zu.
  • Radio Energy steigerte sich ebenfalls in Salzburg signifikant von 5,0 auf 7,7.

Private Nummer 1

Kronehit, das einzige Privatradio mit bundesweiter Lizenz, feiert seine Nummer-1-Position unter den Privatsendern mit bundesweit 11,6 Prozent Tagesreichweite und 17,2 Prozent in der Werbezielgruppe (nach 18,2 vor einem Jahr). Der Wert liege erstmals über jenem aller ORF-Bundesländerradios – die für eine ältere Zielgruppe programmiert sind.

Die Detaildaten für alle Bundesländer, zusammengestellt von der RMS, finden Sie in der Excel-Übersicht links zum Download.

Radio-Marktanteile im Überblick

Hier ein rascher Überblick der Marktanteile österreichweit in den beiden Zielgruppen, jeweils Montag bis Sonntag, farblich sortiert in ORF-Sender und Private.

ORF versus Private, Hörer ab zehn Jahren


Große Sender, Hörer ab zehn Jahren

(Grafik korrigiert, für Kronehit stand hier zunächst falsch der Wert für alle RMS-Radios – nämlich 24 Prozent)


ORF versus Private in der Werbezielgruppe


Große Sender in der Werbezielgruppe

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