Neuer Deutsche-Bank-Chef schiebt Strategie an

22. Juli 2015, 17:00
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Die Bank soll sich einem Insider zufolge aus sechs Ländern zurückziehen, unter anderem aus Peru

Frankfurt – Bei der Deutschen Bank nimmt die neue "Strategie 2020" Gestalt an. Der seit drei Wochen amtierende Vorstandschef John Cryan werde den Aufsichtsrat kommende Woche über die bisherigen Überlegungen informieren, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Dabei gehe es voraussichtlich um den Rückzug aus sechs Ländern, um die beschlossene Schrumpfkur umzusetzen. Dazu zählten Staaten wie Peru, die keine strategische Bedeutung für den Konzern hätten. Die Präsenz in Europa zu verringern, sei dagegen derzeit kein Thema. Außerdem solle der Aufsichtsrat den weiteren Zeitplan für den Postbank-Verkauf über die Börse diskutieren.

Die Aufseher kommen am 30. Juli in New York zu einer regulären Sitzung zusammen, bei der es auch um die Zahlen des zweiten Quartals gehen wird. Cryan, der die letzten zwei Jahre selbst im Aufsichtsrat saß und Anfang Juli überraschend Co-Vorstandschef Anshu Jain ablöste, wird vor dem Gremium nun erstmals in neuer Funktion auftreten. Das Strategie-Update unter Tagesordnungspunkt 5.3 spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.

Kein Kommentar von Cryan

Cryan werde aber nur einen Zwischenstand geben können, betonte der Insider. Konzernweit brüteten viele Arbeitsgruppen noch an Details – insbesondere zum erwarteten Stellenabbau, der nach den bisherigen Plänen vor allem das Privatkundengeschäft treffen dürfte. Hier wolle man die Zahl der Kündigungen mit Abfindungsangeboten und Vorruhestandsregelungen möglichst gering halten.

Die Deutsche Bank wollte sich zum Thema Aufsichtsratssitzung nicht äußern. Offiziell hat sich Cryan – der einen Ruf als harter Sanierer genießt – Zeit bis Ende Oktober ausbedungen, um der Öffentlichkeit Details der neuen Strategie mitzuteilen.

Investmentbank soll abspecken

Die großen Linien der Neuaufstellung hatte das Institut bereits Ende April kommuniziert: Die Postbank soll abgestoßen und das verbleibende "blaue" Filialgeschäft deutlich gestrafft werden. Von den 700 Deutsche-Bank-Filialen in Deutschland werden demnach bis 2017 nur noch 500 übrig bleiben.

Auch die Investmentbank soll etwas abspecken, aber schlagkräftig bleiben. Zur geographischen Ausrichtung hieß es bislang nur, Deutschlands größtes Geldhaus wolle sich aus bis zu zehn Ländern ganz oder zum Teil zurückziehen. Mit der Schrumpfkur hofft das Institut, rentabler zu werden und die strengeren Kapitalanforderungen der Regulierer besser erfüllen zu können. (Reuters, 22.7.2014)

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