Österreichs Flüchtlingsaufnahmeaktion stockt

23. Juli 2015, 12:22
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Von den 1.500 Flüchtlingen aus Lagern im Nahen Osten ist erst die Hälfte im Land

Von den 1.500 Flüchtlingen, die Österreich aus den großen Lagern im Nahen Osten ins Land holen will, sind erst rund 780 Menschen im Land. Das erfuhr der STANDARD aus dem Innenministerium.

Bereits zwei Jahre ist es her, dass sich Österreich zum Resettlement von 500 Syrien-Flüchtlingen bereiterklärte, ein Jahr danach wurde das Kontingent auf insgesamt 1.500 Menschen aufgestockt.

Doch die Aufnahme gestaltet sich zäh. Erst 280 der 1.000 Fälle der zweiten Tranche sind erfolgreich abgewickelt worden. In den nächsten Tagen sollen weitere 70 Menschen in Österreich ankommen.

Verzögerung

Die Aktion geriet aus unterschiedlichen Gründen ins Stocken. Einerseits habe die Türkei lange Zeit keine Ausreiseerlaubnis für die Flüchtlinge aus türkischen Flüchtlingslagern erteilt, heißt es beim UNHCR auf STANDARD-Anfrage. Andererseits führten innerösterreichische Behördenabläufe zu Verzögerungen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bringt die Resettlement-Aktion immer wieder bei EU-Verhandlungen über Asylwerberquoten ins Spiel: Man habe bereits ein Programm für 1.500 Menschen im Laufen, könne daher keine großen Zugeständnisse mehr machen, so die Argumentation. Beim letzten Treffen der EU-Innenminister hatte Mikl-Leitner ein weiteres Resettlement-Kontingent von 400 Menschen aus Flüchtlingslagern im Nahen Osten zugesagt. Die Aufnahme von Asylsuchenden aus Italien und Griechenland hatte die Ministerin jedoch abgelehnt. (Maria Sterkl, 23.7.2015)

  • Syrische Flüchtlinge in einem Lager in der türkischen Provinz Şanlıurfa.
    foto: reuters/ümit bektas

    Syrische Flüchtlinge in einem Lager in der türkischen Provinz Şanlıurfa.

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