Heta: Gläubiger wollen Aufseher für Bund

22. Juli 2015, 15:54
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Bloomberg zitiert aus Strategiepapier von involvierten Kanzleien, wonach Österreich versuche, sich aus seiner Verantwortung zu stehlen

Wien/Klagenfurt – Gläubiger der Hypo-Bad-Bank Heta fordern ein Aufsichtsorgan, das sicherstellen soll, dass der Bund als Alleineigentümer des Instituts die Interessen der Gläubiger nicht weiter gefährdet. Das geht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge aus einem Strategiepapier zweier Anwaltskanzleien hervor, die Heta-Gläubiger vertreten.

Der Bund als Heta-Alleinaktionär habe bei der Hypo-Abwicklung nichts zu gewinnen und plane einen "Panikverkauf" der Assets. Für die Gläubiger würden dadurch Werte nicht maximiert werden, schreibt die Agentur mit Verweis auf ein Papier der Kanzleien Krikland & Ellis International LLP sowie Binder Groesswang.

Gesprächsrunde am Montag

Österreich versuche demnach – Stichwort: Gläubigergespräche durch das Bundesland Kärnten – nach jahrelanger schlechter Verwaltung der Heta, der Verantwortung für die Verwertung der Vermögenswerte in ungeordneter, übereilter und intransparenter Weise zu entkommen.

Erst am Montag hatte eine erste Gesprächsrunde zwischen Vertretern des Landes Kärnten und Gläubigern in Klagenfurt wegen der landesbehafteten Heta-Papiere von mehr als zehn Milliarden Euro stattgefunden, wie die Kärntner Finanzlandesrätin Gabriele Schaunig (SPÖ) der APA bestätigt hatte.

Finanzminister Hans Jörg Schelling sah den Bund zuletzt als "Kärnten-Consulter". "Wir versuchen, mit Kärnten eine Lösung zu entwickeln, wie das Land aus den Haftungen herauskommt, ohne die Heta-Abwicklung zu gefährden – Klagsverzicht, Quote und Haftungsfreistellung." "Möglicherweise" würde man Liquidität für die Abwicklung der landesbehafteten Schuldscheine zur Verfügung stellen. (APA, 22.7.2015)

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