Chinesischer Archivar ersetzte Kunstschätze durch Fälschungen

22. Juli 2015, 14:46
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Originale für Millionenbeträge verkauft

Peking – Ein Kunstskandal ungewöhnlichen Ausmaßes erschüttert China: Der Archivar Xiao Yuan hat mehr als 140 Kunstwerke aus seiner eigenen Sammlung gestohlen und durch selbstgemachte Fälschungen ersetzt, wie er einer am Mittwoch von einem Gericht in Kanton im Internet veröffentlichten Aufzeichnung einer Anhörung zufolge gestand.

Acht Jahre lang betrieb der Chefbibliothekar der Akademie für bildende Kunst in Kanton demnach das illegale Geschäft, das ihm fast 35 Millionen Yuan (mehr als fünf Millionen Euro) einbrachte. Zu den Gemälden, die Xiao austauschte, gehörten auch Werke von Qi Baishi, einem der bedeutendsten chinesischen Maler der Moderne. Die Bilder des 1957 verstorbenen Autodidakten erzielen bei Auktionen Höchstpreise wie die von Picasso oder Andy Warhol. Xiao ersetzte auch das Bild "Fels und Vögel" des Malers und Kalligrafen Zhu Da aus dem 17. Jahrhundert, das der Zeitung "Information Times" zufolge auf 30 Millionen Yuan geschätzt wurde.

Der 57-jährige Xiao sagte dem Gericht, außer ihm seien noch viele andere Fälscher tätig. So gebe es Fälschungen seiner Fälschungen, die allerdings sehr stümperhaft ausgeführt worden seien. "Ich erkannte meine eigene Arbeit nicht, der Standard war zu niedrig."

China Guardian Auctions, eines der renommiertesten chinesischen Auktionshäuser, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass es von Xiao beliefert wurde und nun Untersuchungen über die Herkunft der Kunstwerke einleite. Bereits 2013 hatten die Behörden der Provinz Hebei die Schließung eines Museums angeordnet, das voller Kopien war. 2014 traf es das Lucheng-Museum in der Provinz Liaoning. Das Urteil im Prozess gegen Xiao steht noch aus. (APA, 22.7.2015)

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