Fesselnder Fußball mit Hauptstadtflair

22. Juli 2015, 11:09
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Der LASK ist der große Favorit auf den Titel in der Ersten Liga. St. Pölten und Innsbruck lauern, die Aufsteiger aus Klagenfurt und Salzburg sind Zuschauermagnete

Wien – Die zweithöchste Fußballliga startet heuer mit einer gehörigen Portion Euphorie. Dank prominenter Aufsteiger darf sich die Erste Liga einer großen Aufmerksamkeit erfreuen. "Ein Titel wie 'Die kultigste Erste Liga aller Zeiten' kann uns nur guttun", sagte Ligavorsitzender Erwin Fuchs. Am Freitagabend erfolgt der Startschuss für die neue Saison.

Als Meisterfavorit hat sich nach dem Transfergeplänkel den vergangenen Wochen klar der LASK herauskristallisiert. Die Linzer – bereits im Vorjahr auf dem Spielersektor umtriebig – holten in der Sommerpause Spieler mit auch in der Bundesliga bekannten Namen. Als Trainer nach englischem Vorbild wurde Oliver Glasner von der SV Ried zum Dritten der abgelaufenen Saison gelotst.

"Wir wollen unser großes Ziel erreichen. Ich bin auch überzeugt, dass wir um den Aufstieg bis zuletzt mitreden werden", kündigte Glasner an. Er sieht aber auch noch andere Mitfavoriten.

Linzer Kraft

Glasner nennt diesbezüglich St. Pölten, Aufsteiger Austria Klagenfurt und Wacker Innsbruck. Dennoch scheint der Linzer Kader bestens aufgestellt. Als Neuzugänge stehen unter anderen Manuel Kerhe (zuletzt WAC), Rene Gartler (Sandhausen), Ione Cabrera (Grödig), Christian Ramsebner (Austria) und Reinhold Ranftl (Wr. Neustadt) zur Verfügung. "Die Meisterschaft wird aber nicht von Namen, sondern auf dem Platz gewonnen", stellte Glasner klar.

Die Mitfavoriten setzten eher darauf, ihre Mannschaften punktuell zu verstärken. St. Pölten holte Florian Mader als Schaltzentrale im Mittelfeld, dazu soll Daniel Beichler die Offensive stärken. "Wir werden versuchen, uns im vorderen Drittel anzusiedeln", sagte Neo-Trainer Karl Daxbacher, der zum Auftakt Austria Salzburg empfängt.

Wacker holte mit Thomas Pichlmann einen routinierten Mittelstürmer. Der frühere Italien-Legionär soll mithelfen, dass der Kampf gegen den Abstieg schnell ad acta gelegt werden kann. Die Weichen stellen soll der in der Vorwoche als General Manager präsentierte Alfred Hörtnagl. "Man merkt, dass er für diese Aufgabe brennt", berichtete Coach Klaus Schmidt. Er selbst will so schnell wie möglich einen Abstand zum Tabellenende herstellen. "Damit wir dann an anderen Sphären denken können."

Kollektives Raufen

Droht im Aufstiegsrennen ein Solo des LASK, dürfte sich das Rennen um den Klassenerhalt wie in der Vorsaison offen gestalten. Zwei Absteiger in einer Zehnerliga bürgen für Spannung bis zuletzt. Während Mannschaften wie Red Bulls Talenteschmiede FC Liefering und Austria Lustenau ein gesicherter Platz im Mittelfeld zugestanden wird, steht Bundesliga-Absteiger Wiener Neustadt in den Augen vieler Beobachter eine schwere Zeit bevor.

Die Niederösterreicher wechselten praktisch ihr komplettes Team aus, zum Sportdirektor und Trainer in Personalunion wurde der bisherige Manager Günter Kreissl bestellt. "Wir haben ein schwieriges Jahr vor uns", gab der ehemalige Torhüter unumwunden zu. Nur drei Feldspieler seien dem Verein aus dem Kader der Vorsaison geblieben.

Ebenfalls dem Abstieg entgehen wollen Kurt Russ ("Ich hoffe, dass wir positiv überraschen können") mit Kapfenberg und Peter Pacult mit dem FAC. Letzterer führte die 40-Punkte-Marke als Ziel an.

Fanmobilisierung

Als "tolle Bereicherung" (Fuchs) sollen sich die Aufsteiger präsentieren. Mit den Austrias aus Salzburg und Klagenfurt schafften zwei Vereine ganz nach dem Geschmack der Ligaverantwortlichen den Sprung ins Profigeschäft. Beide können auf eine solide Fanbasis vertrauen. "Diese Vereine können schon bis zu 10.000 Fans bewegen", meinte Fuchs gar.

Präsentierte die nun in sechs Landeshauptstädten vertretene Erste Liga Ende der Vorsaison einen Zuschaueranstieg von 21,1 Prozent im Vergleich zu 2013/14, wird sich dieser erneut anheben. "In Bezug auf die Zuschauerzahlen muss man kein Prophet sein um zu sagen, dass sie massiv steigen werden", sagte Ligavorstand Christian Ebenbauer.

Die Aufsteiger selbst wollen sich in erster Linie erfolgreich akklimatisieren. "Es wird sicher ein Stück extremer als in der Regionalliga", sagte Klagenfurts Trainer Manfred Bender. Bei den Salzburgern stieß Coach Jörn Andersen ins selbe Horn: "Unser Ziel ist es, uns in der Liga zu etablieren." (APA, red, 22.7.2015)

  • Die Kommandeure der Ersten Liga: Karl Daxbacher (St. Pölten), Oliver Glasner (LASK), Peter Pacult (FAC), Manfred Bender (Austria Klagenfurt), Joern Andersen (Austria Salzburg), Lassaad Chabbi (Austria Lustenau), Thomas Letsch (Liefering), Klaus Schmidt (Wacker Innsbruck), Günter Kreissl (Wiener Neustadt) und Kurt Russ (Kapfenberg).
    foto: apa/techt

    Die Kommandeure der Ersten Liga: Karl Daxbacher (St. Pölten), Oliver Glasner (LASK), Peter Pacult (FAC), Manfred Bender (Austria Klagenfurt), Joern Andersen (Austria Salzburg), Lassaad Chabbi (Austria Lustenau), Thomas Letsch (Liefering), Klaus Schmidt (Wacker Innsbruck), Günter Kreissl (Wiener Neustadt) und Kurt Russ (Kapfenberg).

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