Zwei tote Polizisten in türkischer Stadt gefunden

22. Juli 2015, 10:39
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Verbindung zu Terrorismus noch unkar – Erst vor zwei Tagen kamen bei einem Selbstmordanschlag ebenfalls an der Grenze zu Syrien mehr als 30 Menschen ums Leben

Ankara – In einem Haus der Stadt Ceylanpinar an der Grenze zu Syrien sind am Mittwoch zwei tote türkische Polizisten gefunden worden. Medien zitierten den Gouverneur der Provinz Sanliurfa, Izzetin Kücük, mit den Worten, noch sei unklar, ob es eine Verbindung zum Terrorismus gebe. Beide Polizisten wurden demnach durch Kopfschüsse getötet.

Erst am Montag hatte es beim Anschlag eines mutmaßlichen Selbstmordattentäters der Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) in der Stadt Suruc nahe der Grenze zu Syrien 32 Tote gegeben. Der Anschlag in der hundert Kilometer von Ceylanpinar entfernten Stadt galt einem Treffen von rund 300 linksgerichteten und prokurdischen Personen, die über Maßnahmen zum Wiederaufbau der syrischen Grenzstadt Kobane berieten. Kobane war durch wiederholte IS-Angriffe weitgehend zerstört worden.

Attentäter von Suruc identifiziert

Die Ermittler identifizierten inzwischen den Selbstmordattentäter von Suruc. Aus DNA-Analysen gehe hervor, dass es sich um einen 20-jährigen Türken aus der südöstlichen Provinz Adiyaman handle, teilte ein Behördenvertreter mit. Für Mittwochnachmittag war eine außerordentliche Kabinettssitzung unter Vorsitz von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu angesetzt. Dabei sollte es unter anderem um die Verstärkung der mehr als 900 Kilometer langen Grenze zu Syrien gehen.

In Suruc befindet sich eines der größten Flüchtlingslager für Syrer, die vor den Kämpfen in ihrem Land fliehen. In dem im Jänner eröffneten Camp leben rund 35.000 Flüchtlinge. Insgesamt flohen seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor vier Jahren 1,8 Millionen Menschen aus Syrien in die Türkei.

Die überwiegend von Kurden bewohnte Grenzstadt Kobane war im vergangenen Jahr monatelang Schauplatz heftiger Kämpfe, nachdem der IS dort eingerückt war. Im Jänner zwangen kurdische Kämpfer mit Unterstützung von US-geführten Luftangriffen die Jihadisten zum Rückzug. Ende Juni startete der IS eine neue Offensive, wurde aber nach nur zwei Tagen wieder aus der Stadt vertrieben. (red, Reuters, 22.7.2015)

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