Hitzewellen: Ältere und Frauen am meisten gefährdet

22. Juli 2015, 10:01
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In einer Studie wurden die Sterbefälle durch Hitze in neun Großstädten untersucht. – Ältere, Frauen und sozial Schwache am stärksten betroffen

Wien/Rom – Hitzewellen, wie sie derzeit in Europa zu beobachten sind, machen den Menschen verschieden stark zu schaffen. Das drückt sich auch in der Zahl der Sterbefälle aus. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2010 kann in Städten die Mortalität sogar um ein Drittel zunehmen. Das Ausmaß ist aber unterschiedlich.

"Lang anhaltende Hitzewellen wirken sich dabei am stärksten auf die Sterblichkeit aus. Ältere Menschen, vor allem Frauen, sind am meisten gefährdet", sagt Daniela D'Ippoliti von den regionalen Gesundheitsbehörden in Rom. Sie hatte zusammen mit einem Forscherteam den Zusammenhang zwischen Hitzewellen und einer Zunahme der Sterbefälle bei über 65-Jährigen untersucht und berichtete darüber im Journal "Environmental Health".

Dauer und Intensität

Die Folgen der Hitzewellen der untersuchten Jahre 1990 bis 2004, gemessen nach Intensität, Dauer und Zeitpunkt im Sommer, erwiesen sich als bemerkenswert unterschiedlich: Während es in München nur 7,6 Prozent mehr Sterbefälle in der Hitzeperiode gab, waren es in der norditalienischen Großstadt Mailand um 33,6 Prozent mehr.

Hielt die Hitzewelle an und war äußerst intensiv, führte das an einigen Tagen sogar zu einer eineinhalb- bis dreifach erhöhten Sterblichkeit, so die Studieautoren. In mediterranen Städten (plus 21,8 Prozent) waren mehr Hitze-Tote zu verzeichnen als in nördlichen Metropolen (plus 12,4 Prozent).

Extreme Wetterereignisse dürften zunehmen

Bei ihrem "EuroHEAT" genannten Projekt verglichen die Forscher die Städte Athen, Barcelona, Budapest, London, Mailand, München, Paris, Rom und Valencia mit zusammen etwa 25 Millionen Einwohnern. Die Studie verweist auf Szenarien des Klimawandels, die davon ausgehen, "dass extreme Wetterereignisse künftig selbst in Regionen zunehmen dürften, in denen es bisher nicht häufig Hitzewellen gab".

Die jeweiligen Vorsorgeprogramme in den Städten sollten deshalb überall Senioren, Frauen und den Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen gelten, um einem Anstieg der Sterbefälle durch die Gluthitze vorzubeugen.

Sozialer Status maßgeblich

"Für unsere Studie hatten wir keine Daten, warum der Unterschied zwischen den neun Städten so groß ist", sagte Daniela D'Ippoliti. In früheren Studien dazu sei aber deutlich geworden, dass der Grad der gesellschaftlichen Isolation von Senioren und die Einkommenshöhe eine Rolle spielten. – Ebenso das Maß an Vorsorge.

Erst kürzlich konnte in einer Studie festgestellt werden, dass sozial Benachteiligte stärker unter der Hitze leiden als Menschen mit höherem Einkommen. Demnach ist der soziale Status ist in Sachen Gesundheitszustand ein maßgeblicher Faktor. (APA, 22.7.2015)

  • Die Studie zeigte: Während es in München nur 7,6 Prozent mehr Sterbefälle in der Hitzeperiode gab, war in der norditalienischen Großstadt Mailand ein Anstieg um 33,6 Prozent zu verzeichnen.
    foto: apa/barbara gindl

    Die Studie zeigte: Während es in München nur 7,6 Prozent mehr Sterbefälle in der Hitzeperiode gab, war in der norditalienischen Großstadt Mailand ein Anstieg um 33,6 Prozent zu verzeichnen.

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