US-Wirtschaftsflaute drückte CO2-Emissionen

21. Juli 2015, 17:26
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Umstellung von Kohle auf Erdgas in Stromproduktion hatte weniger großen Effekt

Washington/Wien – Zwischen 2007 und 2013 sind die CO2-Emissionen der USA aus fossilen Brennstoffen um rund elf Prozent gesunken – dank der Umstellung in der Stromproduktion von Kohle auf Gas, wie man bisher dachte. Tatsächlich aber war die Wirtschaftsflaute für das Gros des Rückgangs verantwortlich, wie der aus Österreich stammende Ökonom Klaus Hubacek von der Uni Maryland im Fachjournal Nature Communication schreibt.

"Bei der Stromproduktion mit Erdgas wird nur halb so viel Kohlendioxid emittiert wie bei Kohle", sagt Koautor Laixiang Sun, der auch an der University of Maryland arbeitet und am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg forscht. Die Freisetzung von Methan aus Bohrungen und Pipelines sei in diesen Berechnungen noch nicht berücksichtigt, wies Sun am Dienstag in einer Aussendung der IIASA hin.

Im Beobachtungszeitraum ging der Anteil von Strom aus Kohlekraftwerken in den USA von 50 auf 37 Prozent zurück. Ein Großteil davon wurde durch günstiges Erdgas ersetzt, das mithilfe des umstrittenen Verfahrens Fracking gewonnen wird. Weil diese Verschiebung parallel mit dem CO2-Rückgang ablief, ging man von einem Zusammenhang aus.

Während der Anstieg des CO2-Ausstoßes zwischen 1997 und 2007 zu 71 Prozent durch Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum verursacht wurde, sind 83 Prozent des CO2-Rückgangs zwischen 2007 und 2013 Folge geringerer Nachfrage und nur 17 Prozent durch den Switch von Kohle auf Gas bedingt. Selbst als es ab 2009 mit der US-Wirtschaft wieder bergauf ging, waren der hohe Benzinpreis, der milde Winter und energieeffizientere Produktionsmethoden wichtigere Faktoren für den CO2-Rückgang als der Umstieg von Kohle auf Gas. (APA, 22.7.2015)

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