User-Wertung: "Amy – The Girl Behind the Name"

Umfrage27. Juli 2015, 09:03
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Ein Dokumentarfilm widmet sich dem Leben von Amy Winehouse. Die Kritiken dazu sind geteilt. Wir wollen Ihre Meinung wissen

Vor vier Jahren endete das Leben von Amy Winehouse. Zwar wurde die Sängerin schon zu Lebzeiten als musikalische Sensation gefeiert und galt als hochbegabte Musikerin, die Meldungen über ihre Abstürze standen aber recht schnell stärker im Fokus als ihr künstlerisches Schaffen. Dass der Tod der Sängerin mit nur 27 Jahren in Zusammenhang mit Drogen und Alkohol stand, überraschte angesichts der jahrelangen, mit zahlreichem Material bebilderten Skandalgeschichten nicht.

Nun ist der Dokumentarfilm "Amy" des britischen Regisseurs Asif Kapadia erschienen. Kapadia, der schon mit dem Film "Senna" über den gleichnamigen tödlich verunglückten Rennfahrer Aufsehen erregt hat, schöpft auch in seinem aktuellen Werk rein aus Bildarchivmaterial. Es sind Probeaufnahmen, Homevideos und Handymitschnitte aus unterschiedlichen Stationen von Winehouse' Leben und Karriere. Die für den Film verwendeten Interviews werden nur über die Tonebene eingespielt. Freundinnen, Bekannte und Familie kommen zu Wort.

Im STANDARD-Interview erklärte Kapadia seine Herangehensweise an die Arbeit: "Als ich mit Amy angefangen habe, war mir sofort klar, dass ich den Film um ihre Songs herum aufbauen muss. Es steckt alles in ihnen. Mit ihrer Hilfe erzählt sie ihr ganzes Leben wie in einem Tagebuch. Eigentlich hätte ich gar nicht mehr mit anderen Leuten über sie sprechen müssen."

Das sagen die Kritiker

Der Film wird großteils positiv aufgenommen, dennoch wird auch Kritik an der vermeintlichen Einseitigkeit des Filmes laut.

Dass sich der Film auf das turbulente Privatleben der Sängerin konzentriert, kritisiert die "Zeit". Es fehle an "Sensibilität für die Musik". Der Film habe "kein Interesse daran zu erklären, wie diese finstere Seele ihren Ausdruck im Klang fand".

"Der Spiegel" bemängelt die Eindimensionalität des Films, dass – trotz der privaten und intimen Einblicke – der Film letztlich nicht die entscheidenden Fragen stelle: "So verzweifelt privat will Kapadia bleiben, dass er seinen Film aufbereitet wie ein Moodboard zum Thema "Gefallenes Mädchen".

In eine ähnliche Kerbe schlägt "mic.com". Hier wird gar gesagt, dass der Film "unabsichtlich den Sexismus in der Musikindustrie" aufzeige. Es wird der direkte Vergleich zum kürzlich erschienenen Film "Montage of Heck" über Kurt Cobain gezogen, bei dem trotz aller Drogenprobleme stets das kreative Schaffen des Künstlers im Mittelpunkt stehe.

Das Magazin "Rolling Stone" hingegen sieht im Film "die perfekte Ehrung eines velorenen Stars" und lobt, dass Kapadia in seinem Film die Opferkarte nicht ausreize. "Sehen Sie, hören Sie und weinen Sie."

Wie ist Ihre Meinung?

Wie hat Ihnen der Film gefallen? Können Sie den Vorwurf der Einseitigkeit bestätigen oder fanden Sie die Darstellung der Künstlerin Amy Winehouse ausgewogen? In welcher Stimmung haben Sie den Kinosaal verlassen? Welches Amy -Winehouse-Lied wird Ihnen für immer in Erinnerung bleiben? (aan, jmy, 27.7.2015)

Zur STANDARD-Rezension:

Regisseur Kapadia über Amy Winehouse: "Sie hat den Schmerz in etwas Schönes verwandelt"

  • Amy Winehouse bei einem Konzert im Jahr 2007.
    foto: ap/ matt dunham

    Amy Winehouse bei einem Konzert im Jahr 2007.

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