Wiener Radler sind vielfältig mobil

21. Juli 2015, 15:26
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Juli und August sind laut Umfrage die beliebtesten Monate bei Radlern in Wien. Das Verkehrsklima in der Stadt beurteilt nur die Hälfte als positiv

Wiens Radfahrer sind vielfältiger mobil als oft angenommen. Eine aktuelle Umfrage des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass zwei Drittel der Radler in Wien auch mehrmals die Woche mit Öffis unterwegs sind, ein Drittel mit dem Auto. Österreichweit wurden 1.000 Radfahrerinnen und Radfahrer repräsentativ vom Institut Integral befragt, davon 169 in Wien.

Kombinierte Mobilität

Fast jeder Zweite kombiniert auf einer Strecke Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel, etwa mit dem Rad zur U-Bahn oder S-Bahn. "Gerade in den Städten gibt es den Trend zur multimodalen Mobilität. Je nach Bedarf und Zweck wird zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln gewählt. Umso wichtiger ist es, dass die Verknüpfung zwischen den Verkehrsmitteln gut klappt", sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Die Kombination von Fahrrad und Öffis wird von Wiens Radfahrern differenziert beurteilt. So sind 43 Prozent mit der Radmitnahme in U-Bahn, Bus und Straßenbahn zufrieden, 32 Prozent nicht zufrieden. Ähnlich das Bild bei den Radabstellplätzen: Bei den Bahnhöfen sind 42 Prozent zufrieden und 25 Prozent unzufrieden, mit den Fahrradabstellmöglichkeiten bei Haltestellen und U-Bahn-Stationen sind nur 38 Prozent glücklich, 34 Prozent unglücklich.

Verkehrsklima unterschiedlich beurteilt

Auch das Verkehrsklima beim Radfahren in Wien wird sehr unterschiedlich beurteilt: 46 Prozent der Radler empfinden die anderen Verkehrsteilnehmer als rücksichtsvoll, 54 Prozent als wenig bis gar nicht rücksichtsvoll. Immerhin knapp mehr als die Hälfte sagt, dass sie beim Radfahren von Autos mit ausreichend Seitenabstand überholt werden, bei 46 Prozent ist das nicht der Fall.

Weitere Ergebnisse: Jeder neunte ist mit den Bedingungen zum Radfahren im Wohnbezirk unzufrieden. Das direkte Wohnumfeld (Umkreis 500 Meter) bewerten 86 Prozent als radfahrfreundlich, 14 Prozent als nicht radfahrfreundlich. Drei Viertel nutzen das Fahrrad zumindest gelegentlich für Einkäufe, fast jeder zweite radelt mit dem Rad zur Arbeit. Die beliebteste Jahreszeit zum Radfahren ist übrigens jetzt: Im Juli und August treten neun von zehn Wiener Pedalrittern zumindest mehrmals im Monat in die Pedale.

Der VCÖ spricht sich für den Ausbau der Infrastruktur zum Radfahren aus. Insbesondere in den Außenbezirken ist das Potenzial noch groß. Jede U-Bahn- und S-Bahn-Station soll gut mit dem Fahrrad erreichbar sein, zudem sind von den Außenbezirken direkte Radverbindungen in die Innenbezirke zu schaffen. "Da viele das Fahrrad zum Einkaufen nutzen, ist der Handel gut beraten, vor den Geschäften auch ausreichend Fahrrad-Abstellplätze anzubieten", sagt VCÖ-Experte Gansterer. (red, 21.7.2015)

  • Die Wiener Radfahrer sind flexibel bei der Verkehrsmittelwahl.
    foto: apa/helmut fohringer

    Die Wiener Radfahrer sind flexibel bei der Verkehrsmittelwahl.

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