Musikforum Viktring: Lebendige Tradition

21. Juli 2015, 16:02
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Das Festival richtet heuer seinen Fokus auf lateinamerikanische Musik

Der Innenhof des auf das elfte Jahrhundert zurückgehenden ehemaligen Zisterzienserstiftes in Viktring ist nach allen Seiten geschlossen. Dass Friedrich Gulda 1972 dieses Refugium zum Hörort der Grenzenlosigkeit seines Musikbegriffs gemacht hat, symbolisiert, dass sich das Eintreten für Offenheit in Musik und Gesellschaft schon damals gut beraten sah, sich etwas zu verschanzen.

Tapfer wie die Zeloten von Massada verteidigen die Organisatoren des Musikforums Viktring aber bis heute diese Hochburg der Klangfreiheit. Obwohl Friedrich Gulda im Kampf mit den Behörden und Vertragspartnern schon nach zwei Jahren das Handtuch warf, ist sein Festivalkind, das nach dreizehnjähriger Unterbrechung wegen Umbaus 1987 sozusagen ein zweites Mal auf die Welt kommen musste, bis heute quietschfidel.

Akustische Reise

Schon gar, wenn der junge Kärntner Klangkünstler Klaus Lippitsch zu einer akustischen Reise von Australien über Kärnten zum Amazonas und zurück lädt. Und noch weiter, auch als Persönlichkeit, öffnet Paul Gulda die Dimensionen, wenn er in seinem Bach schwimmt. Paul Gulda ist übrigens auch unterrichtend zugegen: Am Mittwoch präsentieren (im Freskensaal ab 20.00) einige Klavier- Talente Erkenntnisse, die sie bei Gulda im Rahmen eines zehntägigen Meisterkurses erlangt haben.

Das heuer mit dem Fokus auf lateinamerikanische Musik stattfindende Festival bietet bis 31. 7. noch weitere Attraktionen: Da sind etwa Bratschistin Petra Ackermann und Pianist Philipp Meier. Hier werden sie (am 23. 7.) lateinamerikanische und österreichische Komponisten vorstellen – auch Uraufführungen des Mexikaners Arturo Fuentes und des Mahler-Kompositionspreisträgers Alexander J. Eberhard. (elce, 21.7.2015)

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