Prozess gegen ukrainischen Regisseur begonnen

21. Juli 2015, 14:42
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Oleg Senzow wird Terrorismusverdacht und mögliche Anschlagsplanung vorgeworfen

Rostow am Don – Gegen den ukrainischen Regisseur Oleg Senzow (39) hat in Russland ein umstrittener Prozess wegen Terrorismusverdachts begonnen. Die Anklage wirft dem Filmemacher vor, auf der von Russland 2014 einverleibten Halbinsel Krim einen Ableger des radikalen ukrainischen Rechten Sektors gegründet zu haben, der in Russland verboten ist.

Zudem soll Senzow an der Planung von Anschlägen etwa auf die Zentrale der Regierungspartei Geeintes Russland in der Krim-Hauptstadt Simferopol beteiligt gewesen sein.

"Politisches Verfahren"

"Ich halte dies für ein politisches Verfahren", sagte Senzow bei der ersten Anhörung vor einem Gericht am Dienstag in der Großstadt Rostow am Don und betonte seine Unschuld. "Senzow erwartet einen Freispruch", sagte sein Anwalt Dmitri Dinse nach Agenturberichten.

Die Ukraine, internationale Menschenrechtsgruppen und Filmemacher fordern Senzows Freilassung. Er war im Mai 2014 festgenommen worden. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Bei den blutigen Maidan-Protesten 2013/2014 in Kiew unterstützte der Regisseur die prowestlichen Demonstranten. Die von der Ukraine und dem Westen kritisierte russische Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim lehnt er ab. Senzow stammt aus Simferopol. Nach mehreren Kurzfilmen erschien 2011 sein erster und bisher einziger Spielfilm "Gamer". (APA, 21.7.2015)

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