Krankentransporte: Rotes und Grünes Kreuz fusionieren

21. Juli 2015, 12:35
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Durch Synergien will man den Kostendruck senken. Für Patienten soll sich nichts ändern

Wien – Das Wiener Rote Kreuz (WRK) hat bekannt gegeben, das vor allem in Wien tätige Rettungs- und Krankentransportunternehmen "Grünes Kreuz" zu 100 Prozent zu übernehmen. Dabei geht es vor allem um das Heben von Synergien, betont WRK-Landesgeschäftsleiter Alexander Lang.

Der Zusammenschluss bei den "Rettungs-, Sanitäts- und Krankentransportdienstleistungen soll mit 1. September erfolgen. Die Übernahme des Grünen Kreuzes wurde vorsichtshalber bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angemeldet. Dies geschehe dem RK zufolge nicht wegen der Gefahr eines "Monopols" in Wien, sondern wegen der starken Stellung des Roten Kreuzes auf dem Gebiet der Krankentransporte und Rettungsdienste bundesweit.

"Killerargument": Kostendruck

"Im Wiener Rettungsverbund arbeiten die Wiener Berufsrettung und sechs Organisationen zusammen." Zu den Zweitgenannten zählen der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), das Rote Kreuz, die "Johanniter", "Malteser", das Grüne Kreuz und der Sozialmedizinische Dienst. Der ASB werde weiterhin den größten Anteil haben. "Wir haben weniger als 30 Prozent Anteil und sind (in Wien; Anm.) im Mittelfeld", sagt Lang. Der Bereich der Notarztwagen-Transporte werde in Wien zu etwa 60 Prozent von der Berufsrettung abgedeckt.

Der Hintergrund für die Übernahme laut Lang: "Wir sehen Kostenvorteile in der Zusammenarbeit und hoffen, im 'Back Office' Geld einsparen zu können. Die finanzielle Situation im Gesundheitswesen wird immer angespannter."

Auch die Zahler – besonders die Krankenkassen – würden auf immer günstigere Krankentransporte drängen. Das Wiener Rote Kreuz hat im Bereich des Krankentransports rund 160 Mitarbeiter, das Grüne Kreuz etwa 175 Beschäftigte. Zu einem Personalabbau soll es nicht kommen. Zudem werde der gleiche Kollektivvertrag gelten.

Gemeinnützige Gesellschaft

Das Grüne Kreuz wird Teil des Verbundes des Wiener Roten Kreuzes. Verwaltung und nachgeordnete Prozesse werden zusammengeführt. Für Kunden und Patienten soll alles unverändert bleiben: Die beiden Organisationen werden mit getrennten Marken eigenständig weiter geführt. Das Grüne Kreuz wird bei Genehmigung des Zusammenschlusses seinen Geschäftsbereich in eine gemeinnützige Gesellschaft übertragen. (APA, 21.7.2015)

  • Ab 1. September 2015 fahren Rotes und Grünes Kreuz unter einem Dach.
    foto: rk

    Ab 1. September 2015 fahren Rotes und Grünes Kreuz unter einem Dach.

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