Navi-Produzent TomTom hält sich an Großkunden Apple – Gewinn gesunken

21. Juli 2015, 12:13
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Bündnis für selbstfahrende Autos mit Bosch geschmiedet

Großkunden wie Apple halten Navi-Hersteller TomTom in der Spur. Die Niederländer profitierten im abgelaufenen Quartal davon, dass andere Unternehmen ihre Lizenzen mit TomTom zur Belieferung mit digitalen Landkarten verlängerten. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf rund 265 Mio. Euro und damit deutlicher als erwartet.

Der Nettogewinn ist im zweiten Quartal allerdings auf 3 Mio. Euro gefallen, nach 9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Vergleichbare Produkte auch auf fast jedem Smartphone

Dem 1991 gegründeten Navi-Pionier setzt seit langem zu, dass es vergleichbare Produkte inzwischen auch auf fast jedem Smartphone gibt. Der Konzern ist daher aus dem Bau von Navi-Geräten ausgestiegen und konzentriert sich auf die Entwicklung von Landkarten und die digitale Auto-Vernetzung. Mit Bosch arbeitet TomTom an Kartentechnologien für automatisiertes Fahren. Zudem werden an Firmen wie Apple Landkarten-Lizenzen verkauft. Der iPhone-Hersteller hatte jüngst erst seinen Vertrag verlängert.

TomTom könnte auch davon profitieren, dass Nokia einen Verkauf seinen Kartengeschäfts "Here" an ein Konsortium deutscher Autobauer um BMW, Daimler und Audi erwägt. TomTom könnte dadurch zum einzigen noch unabhängigen Anbieter für andere Fahrzeug-Hersteller aufsteigen.

Hochgenaue Karten für selbstfahrende Autos

Mit dem deutschen Autozulieferer Bosch arbeitet TomTom bei der Entwicklung hochgenauer Karten für selbstfahrende Autos zusammen. Damit baut Bosch einen Konkurrenten zum Kartendienst Here von Nokia auf, um den mehrere deutsche Autobauer derzeit buhlen. Bosch teilte am Dienstag mit, die bestehende Zusammenarbeit mit TomTom werde um dieses Zukunftsfeld erweitert.

Das niederländische Unternehmen werde die digitalen Karten erstellen, während Bosch die Anforderungen an deren Genauigkeit und Inhalte vorgebe. Erste, selbsterstellte Teilkarten nutzt Bosch bereits für Testfahrten in Deutschland und den USA.

"Bis Ende 2015 wollen wir neue, hochgenaue Karten von allen Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen in Deutschland für das automatisierte Fahren haben", kündigte Jan Maarten de Vries an, Vice-President Automotive von TomTom. Danach sollten die Straßen in Europa und Nordamerika abgedeckt werden.

Here

Die digitale Kartentechnik zur Vernetzung von Fahrzeugen oder beim zukunftsträchtigen Geschäft mit selbstfahrenden Autos wird immer wichtiger. Der TomTom-Rivale Here hat nach Einschätzung von Experten hier das am weitesten entwickelte Angebot. Die Verhandlungen zwischen Nokia und den Autobauern BMW, Daimler und Volkswagen über einen Verkauf des Kartendienstes Here waren Insidern zufolge zuletzt ins Stocken geraten. TomTom hatte am Dienstag Quartalszahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen. Die Niederländer profitierten davon, dass Unternehmen wie Apple ihre Lizenzen mit TomTom zur Belieferung mit digitalen Landkarten verlängerten. (APA, 21.7. 2015)

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    foto: apa
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