Farc-Rebellen begannen mit viermonatiger Waffenruhe

21. Juli 2015, 06:26
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Staatschef Santos bekräftigte Willen zu Friedenslösung

Bogota – Die kolumbianischen Farc-Rebellen haben ihre Waffen für eine viermonatige einseitige Feuerpause niedergelegt. Der Beginn der Waffenruhe am Montag fiel auf Kolumbiens Nationalfeiertag, an dem das südamerikanische Land die Unabhängigkeit von Spanien feierte. Als Zeichen des guten Willens hatte die Guerilla bereits am Sonntag einen gefangenen kolumbianischen Soldaten freigelassen.

Die kolumbianische Regierung hat für die kommenden vier Monate eine "Deeskalation" zugesagt, bei der sie erstmals seit Beginn der Friedensverhandlungen mit den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia / Farc) vor knapp drei Jahren ihre Militäreinsätze gegen die Rebellen verringern will. Zugleich warnte sie die Farc-Rebellen, es handle sich um eine Probezeit: Sollten sie sich nicht an die Waffenruhe halten und es keine Verhandlungsfortschritte geben, könnte der Friedensprozess abgebrochen werden.

Erneuter Friedensaufruf

Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos bekräftigte am Montag in einer Ansprache an die Auslandskolumbianer seinen Willen, zu einer friedlichen Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts beizutragen. "Trotz der Schwierigkeiten und der Hindernisse werden wir unsererseits weiterhin alles tun, um diesen Konflikt, der viele von Ihnen betroffen hat – manche sogar zum Verlassen des Landes gezwungen hat – für immer zu beenden", sagte Santos. Dies sei allerdings eine "Herausforderung".

Die kolumbianische Regierung und die Farc-Rebellen führen seit November 2012 Friedensgespräche in Havanna. Bei den Verhandlungen gab es bereits in drei von sechs Punkten Einigungen zwischen den beiden Seiten, zuletzt wurden aber kaum noch Fortschritte erzielt.

Schwierige Beilegung

Die Rebellen hatten bereits im Dezember eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, töteten im April jedoch in einem Hinterhalt elf Soldaten. Staatschef Santos ordnete daraufhin eine Wiederaufnahme der Luftangriffe auf mutmaßliche Stellungen der Rebellen an. Diese weiteten ihrerseits die Angriffe auf Sicherheitskräfte aus. Ende Mai beendete die Farc-Guerilla die einseitige Waffenruhe offiziell.

Die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" kämpfen seit einem halben Jahrhundert gegen den Staat und Großgrundbesitzer. In dem längsten Konflikt Lateinamerikas wurden bei Kämpfen zwischen linken Guerilleros, rechten Paramilitärs, Drogenkartellen und den staatlichen Sicherheitskräften etwa 220.000 Menschen getötet und mehr als sechs Millionen weitere aus ihren Häusern vertrieben. (APA, 21.7.2015)

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