Liberias derzeit letzte Ebola-Patienten geheilt entlassen

21. Juli 2015, 06:06
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Keine bekannten Fälle mehr in westafrikanischem Land

Monrovia – In Liberia sind die derzeit letzten vier bekannten Ebola-Patienten als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die zwei Buben und zwei Männer im Alter zwischen neun und 24 Jahren hätten die Klinik in der Hauptstadt Monrovia am Montag verlassen, sagte Vize-Gesundheitsminister Tolbert Nyensuah vor Journalisten.

In dem westafrikanischen Land gibt es damit derzeit keine bekannten Fälle der lebensgefährlichen Krankheit mehr. "Unsere Ärzte waren in der Lage, das Virus davon abzuhalten, diese Menschen zu töten", fügte der Regierungsvertreter hinzu. Die Heilung zeige, "dass wir in der Lage sind, einem Ausbruch zu begegnen, wann immer es einen gibt".

Liberia war Anfang Mai zum Ebola-freien Gebiet erklärt worden. Ende Juni starb allerdings im Küstenbezirk Margibi ein 17-Jähriger an der Krankheit, nachdem er fünf weitere Menschen, darunter die vier nun entlassenen Patienten, angesteckt hatte. Der Fünfte starb. Nach Angaben der Klinik in Monrovia wurden zehn Menschen, die ebenfalls Kontakt mit dem verstorbenen Ebola-Patienten hatten, unter Beobachtung gestellt. Vier von ihnen wurden allerdings mittlerweile entlassen; sie hatten sich nicht angesteckt.

Offiziell knapp 30.000 Infizierte

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vermuten, dass der neue Ausbruch von einem Überlebenden der Ebola-Epidemie ausging, der das Virus noch in sich trug. Nach offiziellen Angaben hatten sich bei der Ebola-Epidemie in Liberia sowie in den benachbarten Ländern Guinea und Sierra Leone 27.700 Menschen mit der lebensgefährlichen Krankheit angesteckt. Fast 11.300 Patienten starben. Experten vermuten allerdings, dass diese Zahlen zu niedrig angesetzt sind.

Ebola ist hoch ansteckend, sobald Patienten Symptome der Krankheit wie Fieber, Schmerzen, Erbrechen oder Durchfall aufweisen. Übertragen wird die Krankheit durch Körperflüssigkeiten. (APA, 21.7.2015)

  • Eine UN-Klinik in Nedowein in Liberia Anfang Juli.
    foto: reuters/james giahyue

    Eine UN-Klinik in Nedowein in Liberia Anfang Juli.

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