Alles Lüge: Die Mondlandung ist eine Jahrhundertfälschung

21. Juli 2015, 05:30
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Noch 46 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung gibt es genügend Menschen, die sie für einen Schwindel halten. Ihre "Beweisführung" ist vollkommen absurd

Vor genau 46 Jahren, am 21. Juli 1969, setzte der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche eines anderen Himmelskörpers – gefolgt von Buzz Aldrin. In den folgenden drei Jahren brachte die Nasa weitere zehn Astronauten auf den Mond und sicher wieder zurück auf die Erdoberfläche.

Die erfolgreiche Landung der Astronauten von Apollo 11 war eine der größten technischen und wissenschaftlichen Leistungen in der Geschichte der Menschheit. Sie wurde von Millionen Menschen auf der ganzen Welt live im Fernsehen verfolgt und hat eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen dazu inspiriert, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

Amerikanische Verschwörung

Und trotzdem gibt es heute immer noch Menschen, die das alles für einen ganz großen Schwindel halten. Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass niemals ein Mensch den Mond betreten hat. Die die Fernsehbilder des Juli 1969 für eine Fälschung halten, die Apollo-Missionen für eine Verschwörung der amerikanischen Regierung.

Die angeblich gefälschte Mondlandung gehört zu den größten und langlebigsten Verschwörungstheorien. Wer nur genug Zeit und Geduld mitbringt, findet heute immer noch schnell Menschen, die einem in aller Ausführlichkeit erklären, warum es absolut unmöglich gewesen sein soll, dass jemals ein Mensch zum Mond fliegen konnte und mit großer Begeisterung jede Menge "Beweise" für die angeblich gefälschte Landung auf unserem kosmischen Nachbarn bringen.

Licht und Schatten

All das, was man am 21. Juli 1969 live im Fernsehen sehen konnte, soll in Wahrheit nur in einem Fernsehstudio auf der Erde stattgefunden haben. Das kann man angeblich daran erkennen, dass auf den Bildern der Astronauten vom Mond nur ein schwarzer Himmel zu sehen ist, aber keinerlei Sterne. Dass das allerdings an der Belichtungszeit der verwendeten Kameras lag, will von den Anhängern der Mondlandungsverschwörung niemand hören: Um die schwach leuchtenden Sterne fotografieren zu können, hätte man den Film so lange belichten müssen, dass die eigentlich interessanten Szenen – nämlich die Astronauten auf der Mondoberfläche! – komplett überbelichtet gewesen wären.

Mit dem Licht haben die Verschwörungstheoretiker generell so ihre Probleme: Auch die Schatten, die die Astronauten auf den Bildern auf dem Mond werfen, sollen angeblich zeigen, dass hier die Lichtquelle nicht die Sonne war, sondern die Scheinwerfer eines Studios. Dabei ignorieren sie allerdings die Perspektive, die dafür sorgt, dass Schatten eben nicht immer parallel verlaufen, und die unregelmäßige Mondoberfläche, die sie zusätzlich noch verzerrt.

Sand und Strahlung

Und wieso es die Nasa einerseits schafft, eine so gewaltige Lüge wie eine vorgetäuschte Mondlandung jahrzehntelang geheim zu halten, andererseits aber so dumm ist, so simple "Fehler" wie die der fehlenden Sterne oder der falschen Schatten zu machen, scheint auch schwer zu erklären.

Wer den Verschwörungstheoretikern genug Zeit schenkt, bekommt noch jede Menge weitere "Beweise" zu hören: Die amerikanische Flagge würde durch einen Wind bewegt, der auf dem luftleeren Mond nicht existieren könne; Sandkörner würden vom Triebwerk der Mondlandefähre auf die falsche Art und Weise aufgewirbelt und man könne den Mond ja sowieso überhaupt nicht lebendig erreichen, weil man unterwegs durch die kosmische Strahlung getötet würde.

All diese "Argumente" zu widerlegen ist müßig (auch wenn man mit ein klein wenig Verständnis von Physik beziehungsweise einer kurzen Recherche genügend Material finden kann, mit dem sich das leicht bewerkstelligen lässt) – am Ende verlieren sich die Diskussionen mit den Anhängern der gefälschten Mondlandung in immer absurderen Details, die schneller präsentiert werden als man auf sie reagieren kann.

Und die UdSSR?

Viel interessanter als die Fragen nach Schattenwürfen und Sandkörnern erscheinen mir persönlich die großen politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die sich aus einer tatsächlich vorgetäuschten Mondlandung ergeben würden. Wie zum Beispiel soll die Nasa beziehungsweise die amerikanische Regierung das geschafft haben? Der ganzen Welt glaubhaft eine bemannte Landung auf dem Mond vorzutäuschen wäre ein kaum weniger kompliziertes Vorhaben, als tatsächlich zum Mond zu fliegen.

Wie ist es gelungen, all die Menschen die daran beteiligt gewesen sein müssen, über Jahrzehnte hinweg zum Schweigen zu bringen und das so gründlich, dass in den 46 Jahren seit damals kein einziger davon sein Schweigen gebrochen hat? Und vor allem: Warum hat man es dann nicht bei einer gefälschten Landung belassen und das ganze danach noch fünf mal wiederholt (zuzüglich der in diesem Kontext völlig absurd erscheinenden Fälschung der fehlgeschlagenen Apollo-13-Mission)?

Wieso findet man die "Aufdecker" nur in obskuren Internetforen und der Szene der Verschwörungstheoretiker? Hat sich in all der Zeit tatsächlich kein einziger ernstzunehmender Enthüllungsjournalist gefunden, der mit einer seriösen Aufarbeitung dieser Jahrhundertlüge berühmt geworden wäre? Und wo blieb der Protest vom Rest der Welt? Der "Wettlauf zum Mond" war Teil des kalten Krieges und die USA hatten damals ebenso viele Feinde auf der Welt wie sie es heute haben. Wieso haben sich die Sowjetunion oder China die Chance entgehen lassen, der ganzen Welt zu zeigen, dass die Amerikaner ihre große Leistung nur gefälscht haben?

Erdrückende Beweise

Die Geschichte von der gefälschten Mondlandung ist vollkommen absurd. Sie ist absurd, wenn man das Gesamtbild betrachtet und sie bleibt absurd, wenn man sich auf die vielen Details konzentriert. Und im Gegensatz zu den angeblichen "Beweisen" der Verschwörungstheoretiker gibt es viele echte Belege für die Anwesenheit der Apollo-Astronauten auf dem Mond.

Zwischen 2009 und 2014 hat die Raumsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" den Mond umkreist und hochauflösende Bilder der Oberfläche gemacht. Dabei konnten die Landeplätze der Apollo-Missionen, die auf dem Mond zurückgebliebenen Abstiegsstufen der Landefähren, die amerikanische Fahne und sogar die Fußspuren der Astronauten fotografiert werden. Man kann auch die Geräte erkennen, die von den Astronauten für ihre wissenschaftlichen Experimente auf dem Mond benutzt worden sind. Dazu gehören auch die Laserreflektoren, die seitdem regelmäßig von der Erde aus anvisiert werden.

Alternde Pioniere

Laserstrahlen werden dabei von Sternwarten aus zum Mond geschickt, und dort von den Reflektoren zurück zu ihrem Ausgangspunkt gelenkt. Dort werden sie wieder registriert und aus der Laufzeit der Signale kann man den Abstand zwischen Erde und Mond auf ein paar Millimeter genau bestimmen (wodurch man zum Beispiel heute weiß, dass sich der Mond aufgrund der Gezeitenkräfte jedes Jahr um 3,8 Zentimeter von der Erde entfernt). Gäbe es diese von den Apollo-Astronauten platzierten Reflektoren nicht, dann könnte man diese Messungen auch nicht machen.

Am 21. Juli 1969 hat Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt. Am 14. Dezember 1972 hat Eugene Cernan als letzter der Apollo-Astronauten den Mond verlassen. Seitdem sind wir nicht mehr zurückgekommen. Von den zwölf Personen, die als einzige in der Geschichte der Menschheit auf der Oberfläche des Mondes gestanden haben, leben heute nur noch acht.

Auf zu neuen Reisen!

Der jüngste von ihnen ist mittlerweile 79 Jahre alt und es wird leider nicht mehr allzu lange dauern, bis wir wieder dort sind, wo wir vor 1969 waren: So wie damals wird dann wieder kein einziger Mensch auf der Erde leben, der weiß wie es sich anfühlt, auf einem anderen Himmelskörper zu stehen. Mit etwas Glück lassen wir es nicht dazu kommen. "Ich glaube wir fliegen zum Mond, weil es in der Natur des Menschen liegt, sich Herausforderungen zu stellen", hat Neil Armstrong bei der Pressekonferenz vor seinem historischen Flug gesagt.

Wir sollten uns auch in Zukunft dieser Herausforderung wieder stellen. Und bis es so weit ist, ist es um jeden schade, der diese faszinierende und inspirierende Epoche der Menschheitsgeschichte leugnet! (Florian Freistetter, 21.7.2015)

  • Neil Armstrong und Buzz Aldrin, die ersten Menschen auf dem Mond, beim Aufstellen der US-Flagge auf dem Mond im Juli 1969.
    foto: epa/nasa

    Neil Armstrong und Buzz Aldrin, die ersten Menschen auf dem Mond, beim Aufstellen der US-Flagge auf dem Mond im Juli 1969.

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