"The 100": Nach dem Atomkrieg geht die Party los

22. Juli 2015, 07:00
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Hundert gutaussehende, grundvernünftige Teenager retten die Menschheit: Wollen wir das? Am Mittwoch um 20.15 Uhr auf Pro Sieben

Wien – Vor 97 Jahren löschte ein Atomkrieg fast die gesamte Menschheit aus. Nur einige wenige haben überlebt und in einer Raumstation neu angefangen. Diese Station – "Arche" genannt – ist ein recht unwirtlicher Ort, an dem eine unfreundliche Führungselite die Entscheidungen trifft. Kein Wunder also, dass die Gefängnisse voll sind.

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So ereilt die Insassin Clarke Griffin in der Zelle der Ordnungsruf mit Stromschlägen: Die 17-Jährige ist eine von hundert Auserwählten in "The 100" (ab Mittwoch, 20.15 Uhr auf Pro Sieben) und wird zusammen mit 99 anderen, durchwegs hervorragend aussehenden Mithäftlingen in die alte Welt mit Erdboden und frischer Luft zurückgeworfen.

foto: warner brothers
Hundert 17-Jährige sehen sich in die Welt geworfen: Früher nannte man das Pubertät, heute ist es eine Fernsehserie.

Auf dem alten Planeten sollen Ressourcen angezapft werden, den Daheimgebliebenen geht schön langsam das Essen aus. Somit steht nicht weniger als der Fortbestand der Menschheit auf dem Spiel. Clarkes Begeisterung hält sich in Grenzen.

In den USA läuft die Serie beim CBS-Ableger CW und ist Teil eines Mysterybooms, der Zuschauer seit geraumer Weile mit meist ähnlichen Ingredienzen heimsucht: Je nach Bedarf sehen sich Dorfbewohner, Interessengemeinschaften oder heroische Einzelpersonen mit Situationen konfrontiert, die ihren Ursprung jenseits von Himmel und Erde haben.

Mystery nach Schema F

Nach dem Muster operierten jüngst Serien wie "Fortitude", "Wayward Pines", davor "Twisted" und "Teen Wolf". Die Nachfrage nach Vampiren, Ungeheuern, Außerirdischen ist ungebrochen.

Bei "The 100" wird zudem schnell klar, dass Computerspiele gerngesehene Vorbilder für Science-Fiction-Serien sind: Die Heldin schlägt sich durch gefährliches Terrain und muss jede Menge bildstarke Prüfungen absolvieren.

foto: warner brothers
Clarke Griffin (Eliza Taylor) ist die stärkste, klügste und vernünftigste von den hundert Menschenrettern.

Letzte Fragen bleiben ungeklärt, zum Beispiel: Wieso saßen so viele vernünftige, gutaussehende Jugendliche vor dem Besuch auf Mutter Erde im Gefängnis? Welche Strahlen zerstörten die Menschheit, haben sich aber nach knapp hundert Jahren so weit verflüchtigt, dass Pflanzen in sattem Grün wuchern? Woher nehmen die Entscheidungsträger auf der Raumstation die Pomade fürs Haar? Und wie viel Teeniekonservenmusik hält man in knapp 50 Minuten aus?

foto: warner brothers

Früher waren "Beverly Hills, 90210" und "Melrose Place". Jeder möge für sich entscheiden, ob die Gegenwart besser ist als die Vergangenheit. (Doris Priesching, 22.7.2015)

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